#StarkeRede, lieber Armin Laschet

Ganz (links-) Twitter feiert die 4-minütige Rede von Armin Laschet gegen die #AfD, die in ihren Vorreden Bezug auf die Ausschreitungen in Frankreich genommen hatte.

Auch wenn ich kein Fan der AfD oder der Person Alexander Gauland bin, so kommen mir doch oft seine Worte in den Sinn: „Die AfD ist immer schuld. Gibt es einen rechtsradikalen Anschlag, so gilt sie als der geistige Brandstifter. Gibt es einen islamistischen Anschlag, so wird ihr vorgeworfen, sie würde den Anschlag instrumentalisieren.“

Armin Laschet macht in seiner Rede beides. Die AfD hatte auf das Problem der Parallelgesellschaften in Deutschland hingewiesen. „Ja. Das war eine Parallelgesellschaft in Deutschland. Der NSU.“

Äh…Armin, bitte was?

Also erstens Mal: Whataboutism. Statt auf das drängende Problem der Parallelgesellschaften einzugehen, bei dem er nur verlieren kann, verweist er auf „Rechte Gewalt“.

Zweitens: Der NSU eine Parallelgesellschaft? Gesellschaft? Gut, das Umfeld des NSU wird auf 100 bis 200 Personen geschätzt, aber in welcher Welt ist das eine Paralellgesellschaft?

Drittens: „Ihre Gesinnungsgenossen haben Menschen ermordet!“ Gesinnungsgenossen, also. Sind Muslime dann auch Gesinnungsgenossen islamistischer Terroristen oder der Plünderer? Ich frage für einen Freund.

„90% der Festgenommenen sind französische Staatsbürger“ poltert der kleine Mann weiter.

Tja Armin…Der Pass der Plünderer spielt offensichtlich eine untergeordnete Rolle, wenn diese Teil einer Kultur sind, die die französischen Werte ablehnt. Dass mit einem „Neuen Holocaust“ gedroht wurde und „Allahu Akbar“ – Rufe die Plünderungen begleiteten spricht wohl Bände über die Ideologie, die unter vielen der Plünderer vorherrschend ist. Die Ideologie übrigens, die auch in Paralellgesellschaften in Deutschland vorherrscht. Seltsamer Zufall, oder Armin?

Ja. Die Ghettoisierung in den Banlieues ist ein Problem. Aber selbst dieses Problem schieben Sie jetzt noch der AfD in die Schuhe: „Sie wollen nicht, dass die Menschen in der Gesellscahft integriert sind.“ Ach – ist das so? Ich habe mich jetzt nicht en Detail mit dem Wahlprogramm der AfD auseinandergesetzt, aber ich bin mir recht sicher, dass Ghettoisierung und Begünstigung von Parallelgesellschaften keiner der zentralen Punkte ist. Schon alleine deshalb, weil das bestimmt vom Qualitätsjournalismus aufgegriffen worden wäre.

„Es geht hier nicht um Ausländer, sondern um „Kriminelle Jugendliche“ sagst Du weiter. Ja Armin, warum überhaupt die Einteilung in Gruppen?

Weil – und das bekommt jeder Mensch mit eigenen Augen mit, der in Kontakt mit anderen Gruppen kommt – sich Gruppen unterscheiden: gar nicht primär durch die Hautfarbe und schon gar nicht durch den Pass, sondern vielmehr durch Sozialisierung, Auftreten, Benehmen, Kleidung.

Tritt dabei eine Gruppe besonders häufig in bestimmten Sachen hervor, eruiert man (zu Recht), dass es irgendwas mit der Sozialisierung zu tun haben muss, die sich in dieser Gruppe von der der anderen Gruppe unterscheidet.

Es geht um Kultur, Armin. Nicht um den Pass.

Wenn diese Rede eines beweist, dann nur, dass Sie das Problem nicht einmal ansatzweise verstanden haben. Und wer das Problem nicht versteht, wird es auch nicht lösen.

Oder aber…Sie wissen sehr wohl um das Problem, halten aber den Islam mal wieder aus der Schusslinie. Wer sagte denn 2018 ausgerechnet bei der Eröffnung der Aachener DITIB-Moschee den Satz „Der Islam gehört zu NRW“? Wer hat sich davor schon immer wieder mit Muslimbrüdern getroffen, der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs einen Besuch abgestattet und sich gegen eine Unvereinbarkeitsklausel der CDU NRW mit den religiös-nationalistischen Grauen Wölfen gestellt?

Wirkt leider beängstigend stimmig, lieber Armin.

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Autor: aischaschluter

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen - von den kargen Früchten des Waldes.

Ein Gedanke zu „#StarkeRede, lieber Armin Laschet“

  1. besonders ärgerlich war der feixende Beifall von Linksgrün. Es scheint völlig vergessen, dass die RAF 34 Menschen ermordet hat, die grüne Bundestagsfraktion mit Christian Ströbele einen verurteilten Unterstützer der Mörder in ihren Reihen hofiert hat und die Grünen selbst zu Teilen aus der Unterstützerszene hervorgegangen sind. Hier kann man sehen, wie Parallelgesellschaften im Kulturkampf in beherrschende Positionen kommen. Claus Peymann, Intendant des Berliner Ensambles, hat dem verurteilten Terroristen Christian Klar sogar mit Steuermitteln einen Job verschafft. Und wenn es um Gesinnungsgenossen geht: Bodo Ramelow hat das Bild von ihm vor einem Stalindenkmal mit „beim Genossen Stalin“ betitelt (vermutlich erkennbar ironisch) und dieser hat zusammen mit seinen „Gesinnungsgenossen“ überall auf der Welt mehr Menschen umgebracht als alle rechten Diktaturen der Welt., was diese natürlich nicht entschuldet. Das Bild Laschets könnte schiefer nicht sein, aber er bohrt halt lieber dünne Bretter und das kommt offenbar gut an im hohen Haus.(Timothy Snider: Bloodlands, Götz Aly: Europa gegen die Juden 1885-1945)

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