Die Grünen, die Landtagswahlen und Solingen (5 Minuten)

Was ist die Antwort von Bündnis 90/Die Grünen auf die verheerende Wahlniederlage in Thüringen und Sachsen? Selbstreflexion, Kritik am eigenen Vorgehen, sich fragen, wie man sich wohl sehr weit vom Wählerwillen entfernt hat?

Nein, natürlcih nicht. Statt dessen schlägt man eine aus Steuermitteln finanzierte „Taskforce“ zur Bekämpfung der Opposition, entschuldigung, zum „Schutz der Demokratie“ vor. Sie soll mit Vertreter von Bund und Ländern besetzt werden und vom Kanzler höchstpersönlich geleitet werden. Als Ziel nannten die Grünen auf ihre Klausurtagung am MIttwoch, „weitere wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz unserer Demokratie“ auf allen Ebenen zu identifizieren.

Als gäbe es in Deutschland noch nicht genug staatlich finanzierte NGOs mit eindeutig grün-linkem bis hin zu linksradikalem Einschlag, querfinanzierte „unabhängige“ Medien und natürlich den wohlgesonnenen ÖRR.

Aber da es ja, mal wieder, um nicht weniger geht als um die Rettung der Grünen, äh, der Demokratie geht, dürfen natürlcih keine Kosten und Mühen gescheut werden. Scheinbar lieferte die Einstufung der AfD als „rechtsextrem“ durch Haldenwangs Verfassungsschutz nicht den gewünschten Abschreckungseffekt. Könnte vielleciht damit zusammenhängen, dass immer weniger Leute dem Verfassungsschutz vertrauen. Fast jeder Zweite (48 Prozent) hält es für sehr oder eher wahrscheinlich, dass der Verfassungsschutz in Deutschland zu politischen Zwecken missbraucht wird. Nur jeder Dritte (31 Prozent) findet dies unwahrscheinlich. Dabei spricht Haldenwang selbst unverblühmt über die politische Einflussnahme: „Es ist nicht die alleinige Aufgabe des Verfassungsschutzes, die Wahlergebnisse der AfD zu senken“. Auch spielt die geradezu inflationäre Benutzung der Begriffe rechtsextrem und rassistisch eine Rolle.

Ironischerweise wurde auf der gleichen Klasurtagung der Grünen auch das weitere Vorgehen in der Migrationsfrage besprochen. Also das Thema, welches nach Umfragen den Deutschen am meisten auf der Seele brennt, in dem sich aber die Grünen nicht nur durch Apathie, sondern regelrechteh Blockadehaltung auszeichnen. So kommt auf der Klausurtagung natürlich auch kein auch nur ansatzweise sinnvolles Konzept zustande.

Da kann Habeck noch so sehr anmahnen, dass es nun wichtig sei „auf konkrete Probleme konkrete und pragmatische Antworten zu geben“. Wenn Baerbock an anderer Stille schon wieder zu „Differenzierung“ mahnt und vor Hysterie warnt. Wieso sind denn die Leute hysterisch, nur weil es mittlerweile im Wochentakt tödliche Messerangriffe durch Muslime, meist Flüchtlinge gibt. Das kann man bei den Grünen nicht verstehen. Und so begnügt man sich auch mit Bekämpfung der Symptome „mehr Investitionen für eine bessere Ausstattung der Sicherheitsbehörden“. Dabei müsste selbst den Grünen klar sein, dass so etwas immer nur den Anschein der Sicherheit vermitteln kann. Genau son wenig wie die Betonpoller (im Volksmund auch Merkellego), die mittlerweile an jedem Stadtfest stehen mSicherheit gebracht haben, wird es ein Messerverbot tun. Die Investition in Sicherheitskräfte kann allenfalls die Illusion von mehr Schutz bringen. Sie ist ein Zeichen dafür, dass der Regierung die Kontrolle mehr und mehr entgleitet. Dass sie immer weniger für den Schutz ihrer Bürger sorgen kann. So weist Markus Röhrl, Polizeipräsident von Wuppertal darauf hin, dass das eigentliche Risiko nicht Messer heißt, sondern öffentlicher Raum: „Jeder muss mit sich ausmachen, ob er zu Festivitäten geht, ob er zu Fußballspielen geht, ob er im öffentlichen Personennahverkehr unterwegs ist.“

Das Problem sind nicht die Messer, es ist auch nciht der öffentliche Raum, es sind die Leute, die die Messer führen. Aber an die denkt man bei der Klausurtagung der Grünen natürlcih nicht. Viel wichtitger scheint es da, die Partei zum Schweigen zu bringen, die seit Jahren auf das Problem hinweist und deren Voraussagen über die entstehenden Problem eintreffen. „Unser Land wird sich verändern und ich freue mcih drauf“, von diesem von Katrin Göring-Eckardt 2015 gemachten Statement lässt man sich bei den Grünen auch nciht durch die Realität abbringen. Die Eindämmung des Zustroms von hunderttausenden Menschen im Jahr aus dem muslimischen Krisengürtel steht für die Grünen nicht zur Debatte. So bleiben alle Maßnahmen Makulatur. Das Problem ist für die Grünen die AfD, nicht die migrantischen Straftäter. Man hätte ja auch eine Taskforce zur Bekämpfung und Erforschung von Migrantenkriminalität fordern können. Da kommen einem die Wort von Kurt Tucholsky in den Sinn:

„In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.“

Nicht gut, Frau Weidel, aber auch nicht schlecht

Um die zentralen Gedanken zu Weidels Sommerinterview gleich einmal vorweg zu nehmen: Frau Weidel ist gut darin darzustellen, dass es schlecht läuft, bei den Lösungsansätzen hapert es aber gewaltig und von einigen Fragen lässt sie sich ins Bockshorn jagen.

Ja, die AfD hat es im Öffentlich-Rechtlichen nicht einfach, aber ich persönlich hatte von Alice Weidel dann doch mehr erwartet, als endlose Ausführungen über den Status Quo. Das könnte vielleicht auch daran liegt, dass ich die Kriminalitätsstatistiken sehr gut kenne. Ebenso die Arbeitslosenquoten und den Bildungsstand von  „Flüchtlingen“. Ich sehe auch die Notwendigkeit diese Bühne des Sommerinterviews zu nutzen , welche der AfD ja oft genug verwehrt wird, um einige dieser harten Zahlen unters Volk zu bringen. Aber dann sollten sie doch bitte auch stimmen. Die Zahl der Messerangriffe gibt Frau Weidel mit 15.000 im Jahr an. Tatsächlich sind es knapp unter 14.000. Auch werden nicht „täglich Menschen auf Deutschlands Straßen umgebracht“. Das mag man als Hyperbel, als stilistische Übertreibung durchgehen lassen, aber Frau Weidel muss doch klar sein, dass man jede ihrer Ungenauigkeiten gegen sie verwenden wird.

Darüber hinaus lässt sie sich auch von einer anderen Zahl aus dem Konzept bringen: Von den 2015 nach Deutschland gekommenen männlichen Flüchtlingen haben 70% einen Job. Das ist perfide. Es wird nicht die gesamte Gruppe der Flüchtlinge betrachtet, sondern nur ein ausgewählter Teil, der natürlich rein zufällig ins Narrativ der Willkommenskultur passt. Weidel hätte fragen können, wie es denn bei der Gesamtzahl der Flüchtlinge aussieht oder noch besser gleich die Zahlen parat haben. Aber die sind verdammt schwer zu bekommen, denn das ist der andere rein zufällige Effekt der Schlagzeile „70% der Geflüchteten von 2015 in Arbeit“. Wer im Internet nach Gesamtzahlen sucht, muss ich erst durch einen Wald von Berichten, die eben genau diese Zahl angeben klicken. 

Allerdings schreibt das ZDF im Oktober 2023 selbst noch, dass über die Hälfte der erwerbsfähigen Syrer von Hartz4 leben. Bei den anderen Nationalitäten dürfte es kaum besser aussehen. Und ob 9 Jahre nach der Ankunft 70% in Arbeit zu haben wirklich eine gute Nachricht ist, das wage ich doch zu bezweifeln. Zumal man sich auch fragen muss, wieviele davon in tatsächlicher „Arbeit“ sind.

Boris Palmer gab für Tübingen an, dass von 645 Geflüchteten zwischen 18 und 60 Jahren in im Erhebungszeitraum der Statistik:

  • 22,7 Prozent in sozialversicherungspflichtiger oder sonstiger Arbeit beschäftigt
  • 20 Prozent in einem Sprachkurs
  • 2,5 Prozent in Arbeitsqualifikationsmaßnahmen
  • 8,7 Prozent in Ausbildung
  • 46 Prozent „arbeitssuchend“

Sorry ZDF, aber ein ehrlicher Faktencheck würde Euch diese 70% um die Ohren schlagen.

Ein weiterer Punkt in dem Weidel wenig stabil wirkt ist die Aussage der interviewführenden Shakuntala Banerjee,  wenn die AfD ihre Migrationspolitik durchsetzen wollte, so müsste sie das Grundgesetz ändern und die Genfer Flüchtlingskonverntion außer Kraft setzen. Dem ist schlichtweg nicht so und Frau Weidel sollte das auch wissen. Zwar heißt es in Artikel 16a GG (1) „Politisch verfolgte genießen Asyl“, aber eben in (2) „Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen, wer aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften oder aus einem anderen Drittstaat einreist, in dem die Anwendung des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten sichergestellt ist.“

Man muss das Grundgesetz nicht außer Kraft setzen, im Gegenteil. Man muss sich vielmehr endlich wieder daran halten. Schade, dass sich Frau Weidel diese Vorlage entgehen lässt. Ebenso verhält es sich mit der „Genfer Flüchtlingskonvention“. Diese sieht nämlich, anders als das deutsche Recht, auch eine Abschiebung in Krisengebiete vor. Zwar gilt nach Artikel 33 (1) ein Verbot über „die Grenzen von Gebieten ausweisen oder zurückweisen, in denen sein Leben oder seine

Freiheit [..] bedroht sein würde, aber laut 33 (2) gilt „Auf die Vergünstigung dieser Vorschrift [kann sich jedoch ein Flüchtling nicht berufen,der aus schwer wiegenden Gründen als eine Gefahr für die Sicherheit des Landes anzusehen ist, in dem er sich befindet, oder der eine Gefahr für die Allgemeinheit dieses Staates bedeutet, weil er wegen eines Verbrechens oder eines besonders schweren Vergehens rechtskräftig verurteilt wurde“.

Zwei verschenkte Punkte.

Doch was mich persönlich am meisten stört ist der Mangel an tatsächlichen Lösungsansätzen. Ich weiß, dass es schlimm ist, das muss man mir nicht erklären. Ich will hören, wie ihr vorhabt es besser zu machen und da verfällt Weidel meiner Ansicht nach dann eben doch in einige populistische Aussagen und zudem in einen typischen Politikerhabitus, den wohl niemand so gut auf den Punkt gebracht hat wie Martin Sonneborn: „Ich danke ihnen für ihre Frage, aber ich möchte eine andere beantworten.“ Denn die Interviewführende hat hier durchaus einen Punkt: Warum gelingt es bspw. einer Frau Meloni nicht die Zuwanderung einzudämmen?

So führt Weidel wieder und wieder die Statistiken an, welche zwar den Status-Quo wiedergeben, mehr aber auch nicht. Konkret wird dann allenfalls „Die Grenzen sind zu schließen und zu kontrollieren, um illegale Migration nach Deutschland einzudämmen“. Der Schutz der deutschen Grenzen „wie bei der EM“, den Weidel anführt ist auf lange Sicht einfach nicht praktikabel. Der Personalaufwand ist zu groß wie die Interviewführende zu recht anmerkt. Auch die angeführten Beispiele Japan, USA, Kanada und Australien sind zwar nicht verkehrt, aber hier wird Weidel zu wenig konkret. Einen Trumpf hat sie dann doch noch im Ärmel, den ich wie folgt paraphrasieren möchte: Um Ameisen fernzuhalten nützt es nicht nur einen höheren Zaun zu bauen, man darf eben auch den Honig nicht offen stehen lassen. Die Einschränkungen der Sozialleistungen für Flüchtlinge sind definitiv ein wichtiger Punkt, aber auch hier muss man sich mit geltenden Bestimmungen und Gerichtsurteilen auseinandersetzen. Natürlich kann man in 20 Minuten (oder eher 15, wenn man die unnötigen Intros abzieht) diese komplexen Themen nicht in der notwendigen Tiefe behandeln, aber das Problem der mangelnden Lösungsansätze beschränkt sich nicht nur auf das Sommerinterview. So hat die Interviewführende auch nicht ganz unrecht mit ihrem Verweis auf Meloni, welche mit ähnlichen Versprechen angetreten sei, sich aber in der Praxis wenig bis nichts geändert habe. Diese Befürchtung konnte mir Weidel leider im Interview nicht nehmen.

So bleibt, zumindest für mich, der bezeichnende Satz des Interviews: „Unsere Bundesregierung versucht es nicht einmal.“ 


P.S.: Das Interview ist vom ZDF übertitelt mit „Weidel wünscht sich Trump als US-Präsidenten“. Darum geht es im Interview keine 30 Sekunden. Das ist so doof und so offensichtliches Framing, darauf gehe ich erst gar nicht ein.

Priorität: Gehsteigbelästigung

Im Land in dem Gruppenvergewaltiger mit Bewährungsstrafen davon kommen, muss man sich auch über die kleinen Dinge freuen dürfen. So feiert Emilia Fester und Genossen die Verschärfung der Strafen für Gehsteigbeläsigung. Da sag noch jemand man würde sich nur auf Randgruppen konzentrieren. Das ist endlich mal wieder Politik nah am Bürger(steig). Ich musste Gehsteigbelästigung übrigens erstmal nachsschlagen. Ich dachte, es ginge dabei um das sog. Cat-calling, also das unflätige Anmachen von Frauen in der Öffentlichkeit, aber scheinbar dreht es sich um die Belästigung durch Abtreibungsgegner vor Abtreibungskliniken.

Wer kennt nicht die erschreckenden Statistiken zu dem Thema? Ausserdem ist es auch so schön unverfänglich: Betrifft kaum jemanden, die Täter sind in der Regel alte, weiße Christen. Da kann man schon mal ein paar Monate drauf verwenden eine Strafverschärfung auf den Weg zu bringen.

Dass dabei andere, etwas verfänglichere Themen wie das geringe Strafmaß bei Sexualstraftaten auf der Strecke bleiben: Das muss man nun mal in Kauf nehmen. DEnn auch hier gilt „Folge der Wissenschaft. So kommt die Rechtswissenschaftlerin Tatjana Hörnle zu dem Schluss: „Die zurückhaltende Strafpraxis in Deutschland ist eine Errungenschaft“ und weiter: “ Es gelte problematische Unrechtsbewertungen im Einzelfall zu vermeiden; generell und systematisch härtere Strafen für ganze Deliktsgruppen anzustreben, sei dagegen nicht sinnvoll“, denn „Deutsche Gerichte setzten nicht nur bei Sexualdelikten niedrigere Strafen an, als der Blick ins Gesetz nahelegt, sondern z. B. auch bei schwerem Raub. Die Folge wäre, dass mehr Menschen in Haft säßen – mit all den menschlichen, sozialen und fiskalischen Konsequenzen, wie man sie etwa aus den USA kennt.“

Na dann. Da muss man natürlich die Staatskasse und die „menschlichen Konsequenzen“ für die Täter im Blick behalten. Die Perspektive der Opfer oder etwa das Gerechjtigkeitsgefühl der Bürger sind da eher vernachlässigbare Größen. Auch der Abschreckungseffekt bleibt auf der Strecke: Welches Signal sendet man den an potenzielle Täter, wenn man selbst Vergewaltigung von Minderjährigen mit Bewährungsstrafen belegt?

In Spanien läuft der Prozess n die vier „deutschen“ Gruppenvergewaltiger Tolga C. (22), Sami P. (22), Herald K. (21) und Danny H. (21). Ihnen drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Für eine andere bereits 2016 begangene Gruppenvergewaltigung auf Mallorca verhängte ein spanisches Gericht für 4 Täter insgesamt 138 Jahren Haft verurteilt. Der Täter, welche das Opfer nach der Tat an einen Zuhälter verkaufen wollte bekam mit 50 Jahren die höchste Haftstrafe ab. Zwei weitere Männer müssen 32 Jahre ins Gefängnis, der vierte 24 Jahre. Zudem müssen sie das Opfer mit 100.000 Euro entschädigen. Angemessene Strafen für die Zerstörung eines Lebens.

Ich denke übrigens, dass die Damen um Emilia Fester sehr gut wissen, wer in diesem Land für die enorme Zunahme an Sexualstraftaten verantwortlich ist. Deshalb sprechen sie es nicht an und führen statt dessen Scheingefechte wie dieses.

Man soll ihnen ja nicht vorwerfen, sie würden ihren Aufgabe nicht nachkommen.

Wer hat Angst vorm nonbinären Mann?

Der non-binäre Nemo hat den Eurovision Song Contest gewonnen. Es ist der erste Sieg für die Schweiz seit 36 Jahren. Schon am nächsten Tag titelte die Tagesschau völlig neutral und unvoreingenommen:

„Ein Sieg für die Vielfalt

[..]Und die Diskussion über die Anerkennung des dritten Geschlechts nimmt Fahrt auf.“

Der Basler Grüne Arslan schrieb auf X: „Eine nicht binäre Person, die amtlich in der Schweiz gar nicht existiert, hat für uns alle den ESC 2024 gewonnen.“

Medial wird Nemo gefeiert, doch es gibt auch andere Reaktionen: Antonia Velicu vom soziologischen Institut der Universität Zürich befasst sich mit den teils ablehnenden Reaktionen von Einzelpersonen im Netz. Sie sagt: «Wenn man sich provoziert fühlt, liegt das in der Regel daran, dass man die andere Person nicht wirklich kennt.»

Laut der Expertin gibt es mehrere Gründe, wieso Nemo von einer «lauten Minderheit» als triggerend wahrgenommen wird: «Wenn man sich provoziert fühlt, liegt das in der Regel daran, dass man die andere Person nicht wirklich kennt. […] Ein Verstoss gegen etwas, was als «normal» wahrgenommen wird. So fordert Nemo insbesondere, einen dritten Geschlechtseintrag neben «männlich» und «weiblich» zu ermöglichen.

«Dabei geht es nicht um Sonderrechte, sondern darum, die gleichen Rechte zu haben, wie alle anderen auch. […] Wir sind aufgewachsen mit einem binärem Geschlechtsverständnis, also dem Wissen, dass es in der Biologie genau zwei Geschlechter gibt.» Ja. Gute Frau. Und daran hat sich auch bis heute nichts geändert.

„Historisch und kulturell haben jedoch viele Gesellschaften mehr als zwei Geschlechter anerkannt.“

Erstens Mal: Natürlich darf sich der Nemo von mir aus als Mann, Frau oder Clownfisch identifizieren – oder von mir aus auch als non-binär, was ja ironischerweise selbst wieder ein binäres System ist: Non-binäre und nicht-non-binäre.

Problematisch wird das ganz allerdings, wenn man dafür einen eigenen Geschlechtseintrag fordert. Denn biologisch gibt es, wie Velicu selbst ausführt, eben zwei Geschlechter und das wird sich auch nicht ändern – auch wenn Aktivisten dagegen Sturm laufen…auch gegen die Naturwissenschaft wie wir am Fall Vollbrecht gesehen haben. Und dass „viele“ Gesellschaften ein drittes Geschlecht kennen – ist kein Argument, allenfalls ein Bandwaggon-Scheinargument.

Es ist mMn höchst bedenklich den Geschlechtseintrag nur von einer Selbstzuschreibung abhängig zu machen, die naturwissenschaftliche Grundlage einer ideologischen, nämlich dem Sozialkonstruktivismus zu opfern. Denn an dieser Definition hängen eben auch Rechte und Pflichten – Frauensport, Frauenschutzräume etc. Haben non-binäre Personen dann ein Anrecht auf eigene Toiletten wie es teilweise ja schon diskutiert wird? Ironischerweise nimmt ja das deutsche Selbstbestimmungsgesetz die Wehrpflicht explizit aus: Man gilt also in allen Bereichen als Frau, aber wenn es um die Wehrpflicht geht, gilt man weiterhin als Mann.

Gaslighting

Es ist das ultimative Gaslighting: Sie wissen, es ist ein Mann, wir wissen es ist ein Mann, aber man kann uns mit bis zu 10.000 € Geldstrafe belegen, wenn wir sagen, es ist ein Mann. Orwell wird ja in letzter Zeit inflationär bemüht, aber das erinnert wirklich stark an 1984: „Freiheit ist die Freiheit zu sagen, dass 2+2=4 ist. Sobald das gewährleistet ist, ergibt sich alles andere von selbst“.

Also wozu den dritten Geschlechtseintrag und wer soll ihn bekommen? In D. wurde „divers“ eingeführt mit dem unglaublichen Ansturm von bis heute 400 Personen, die diesen Geschlechtseintrag in Anspruch nehmen. Dieser Geschlechtseintrag ist biologisch begründet – zwar stellt Intersexualität biologisch betrachtet kein eigenes Geschlecht da, es ist aber mehr als eine reine Selbstzuschreibung.

Das Fähnchen im Wind

Was uns zu der Frage bringt, wer sind denn die Aktivisten, welche den Geschlechtseintrag für non-binäre fordern und warum werden sie von den Medien derart gehyped?

2022 gewann der nonbinäre Kim de l’Horizon den Deutschen Buchpreis. Ist nonbinär denn jetzt wirklich etwas besonderes? Was Neues? Gab es jahrhundertelang Gesetze gegen Nonbinäre, haben sie sich letztendlich von dieser Unterdrückung befreien können und traten aus dem Schatten halbseidener Nachtclubs und Parks ins Licht der Öffentlichkeit? Ja, Homosexuelle haben das getan. Und das ist feiernswert. Aber warum man jetzt die Nonbinären als die nächsten großen Selbstbefreier feiern sollte, erschließt sich mir nicht. Sind sie denn nicht Teil der LGBT-Community? Oder erfinden wir jetzt alle 5 Jahre ein neues Label, damit sich die Leute aufs Neue mit den Errungenschaften brüsten können als wäre wieder 1994? Kim und Nemo wurden bereits in eine weitgehend befreite Welt hineingeboren. Er steht allenfalls auf den Schultern derer, die etwas für die Freiheit riskierten, die er seit Geburt genießt.

Nonbinarität ist ein eigens kreiertes Label von Leuten, die vorgeben Label überwinden zu wollen in dem sie Geschlechterrollen ironischerweise möglichst eng auslegen, um sie dann als überwunden zu erklären. Es reicht heute eben einfach nicht mehr bi oder gay zu sein. Das ist ja akzeptiert und schon wieder Mainstream – gerade beim ESC ist man wohl als hetero eher die Ausnahme.

Muss man jetzt im 5-Jahresrythmus neue Selbstzuschreibungen erfinden um wieder als nonkonform zu gelten? Das Label wird sodann auch von den Feullietons aufgegriffen als wäre es wirklich etwas besonderes anstatt das was ich oben schon beschrieben habe: Eine Selbstzuschreibung, die es nur gibt, weil anders nicht mehr anders genug ist. Vielleicht liegt auch gerade darin das Problem – das es kaum noch etwas gibt, was die non-binären Aktivisten erstreiten müssten.

Erinnern wir uns, wie Kim sich damals aus Solidarität mit den Protesten gegen das Mullah-Regime im Iran seinen Kopf rasierte. Dazu schrieb ich im Oktober 2022: „Schön das Fähnchen im Wind. Wäre gerade Inifada hätte er sich wahrscheinlich via „Queers For Palestine“ mit islamistischen Homophoben solidarisiert.“ Als könnte ich die Zukunft vorausahnen: In diesem Jahr war der ESC voller Solidaritätsbekundungen mit den Palästinensern.

Beinahe als sei anderen Leuten oberflächlichkeit vorzuwerfen in Wahrheit Projektion.

Diskussion mit dem Kreationisten – Die gängigen und weniger bekannten Argumente widerlegt.

Das folgende stellt kommentierte Auszüge aus einer Diskussion mit dem Autor mehrerer kreationistischer populärwisseschaftlicher Bücher dar.

Ganz ehrlich: Ich war stellenweise etwas nervös, den man kann Herrn — nicht vorwerfen, dass er kein kluger Kopf wäre. Doktor der Chemie und ein Abschluss in Theologie und wie gesagt einiger Bücher zum Thema. Online-Diskussionen sind einem rundenbasierten Spiel nicht unähnlich. Noch während der andere seine Antwort formuliert, geht man mögliche Gegenargumente wieder und wieder durch – nur um dann festzustellen, dass sich die Diskussion in eine ganz andere Richtung entwickelt.

Ich lade jeden ein, gerade auch gläubige Menschen – die Diskussion zu verfolgen sich ihre eigenes Urteil zu bilden. Di Diskussion ist aus mehreren Threats zusammengestückelt, da sich die Diskussion über den zeitraum mehrerer Wochen erstreckte. Ich versuche den INhalt so fair wie möglich wiederzugeben.

Theismus/Deismus-Unterscheidung – so wichtig. Mit wenig Begriffen wird so viel Schindluder getrieben wie mit „Gott“. Deshalb muss immer klar definiert sein, über was für einen Gott man überhaupt spricht.

Defintionen an denen man sein Gegenüber festnageln kann, sind das A und O.

Im letzten Satz wird dann sogar die onthologische Herangehensweise empohlen, welche ja zuvor aufgeschoben wurde. Die Richtung der Argumentation ist kla: Es gibt zu viele ungeklärte Fragen, deshalb halte ich mich möglcihst wage, nur um dann bei singulären Eigenschaften wieder zu sehr ins Detail zu gehen.

Ich hatte diesbezüglich auch in einem anderen Threat eine Liste mit Fragen geschickt, die ich leider nicht mehr finde. Wenn ich wieder Zeit,finde, werde ich das vervollständigen.

Textbausteine:

Nur weil Du den letzten Grund, warum Leben entsteht Gott nennst, folgen daraus nicht kausal die anderen lustigen Eigenschaften, die Du ihm zuschreibst oder jenseitiges Leben. Aber ich nehme mal an, das kommt als Paket. Wie gesagt. Reicht ja ein Kärtchen rauszuziehen und das Ding fällt in sich zusammen. Wie das ganze mit Schöpfung, Ursünde und Heilamnd zusammenpasst – ich bin sicher, Du hast da auch eine Erklärung gefunden.

UNd wenn ohne vorheriges Leben kein Leben entsteht, wie ist dann das erste Leben entstanden?

Und aus dieser Ursuppe entsteht dann alles gleichuzeitig? Wow…….“Evolutionsmythos“ irrational? Bei der Beweislage? Du weißt doch wie ne Radio-Carbon-Datierung funktioniert, oder? Du glaubst also, dass ein Tiger, ne Katze und ein Löwe nicht den gliechen Vorfahren teilen? Im Wasser lebende Säugetiere? Warum findet man keine Meerschweinchenfossilien im Präcambrium?

Du weißt, dass man Tiere züchten kann. Denkst Du wirklich Genetiker, Geologen, Biologen, Chemiker haben sich gegen das Christentum verschworen? Also wenn Dich das alles nciht überzeugt,dann weiß ich auch nicht, was ich Dir noch erklären könnte.

Ich muss da immer an diesen Typ denken – da gibts so ne Doku auf Netflix über nen Flacherdler, der mit nem Experiment nachweisen will, dass die Erde flach ist. Er bringt also nen Laser an und fährt mit nem Schiff raus. Da die Erde rund ist. verändert sich der Einfallswinkel des Lasers.

Überzeugt das den Flacherdler? Nein. Er entwickelt daraufhin eine Sonnenfeld-Magnet-Theorie um weiter an sein Hirngespinst glauben zu können.

Also wenn der Punkt nicht zentral ist, dann weiß ich nciht, was ist. Das zentrale Problem an Deinen beiden Argumenten ist, dass sie eben nciht für einen theistischen, sondern für einen deistischen Gott gelten.

Ich versuche es mal noch zu verdeutlichen: Ich sehe keinen Sinn darin gegen den Deismus zu argumentieren. Letztendlich ist alles, was der Deismus macht die letzte Ursache, den unbewegten Beweger Gott zu nennen.

Gott hat die Welt mit ihren Gesetzmäßigkeiten gestaltet und das wars. Chillt seither sein Leben.

Damit lehnt der Deismus eindeutig den Theismus, den in die Welt eingreifende Gott, der Bibeln diktiert, Gebete erhört und Selbstmordattentate befiehlt (je nach Region). Er ist also im Kern a-theistisch.

Naja…jetzt wiederhole ich mich. Vielleciht kannst Du Deine Frage präzisieren?

(Wäre ich zynisch, würde ich hier eine kognitiven Dissonanz hinter dem Einspruch vermuten…)

Naja…eigentlich denke ich, dass der Deismus nicht das Wort „Gott“ benutzen sollte, wiel dann Leute wie Du um die Ecke kommen und aus dem Deismus den Theismus ableiten. Und ich bin mir nach der Diskussion eben nciht sicher, ob wir die gleiche Definition haben.

Daher packe ich hier mal die Wiki – Def. hinein:

„Als Deismus („Gotteslehre“, von lateinisch deus „Gott“) bezeichnet man eine Religionsauffassung, nach der nur Vernunftgründe, nicht die Autorität einer Offenbarung, zur Legitimation theologischer Aussagen dienen können. […] Im engeren Sinne sind Deisten diejenigen, die das Göttliche als „Ursprung alles Seienden“ annehmen, konkretes göttliches Eingreifen aber als „nicht begründbar“ ansehen. Im weiteren Sinne wird der Deismus als freidenkerische Glaubensströmung im Zeitalter der Aufklärung angesehen.

Die Gemeinsamkeit mit dem „Theismus“ besteht darin, dass beide einen Gott annehmen, der die Schöpfung vollzogen hat. Der Unterschied besteht im weiteren Verhalten Gottes: Während der Deismus annimmt, dass Gott nicht weiter in die Welt eingreift, nimmt der Theismus an, dass Gott jederzeit als Kausalursache in die Welt eingreifen kann.[1] Für Deisten gibt es keine Wunder (ein Ereignis, das den Naturgesetzen widerspricht) und letztlich auch keine Offenbarung. Ein Einfluss nehmender Gott wie zum Beispiel im Buch Hiob stünde ferner im Gegensatz zum freien Willen des Menschen. Der Deismus postuliert eine völlige Trennung von Gott und Welt“

Nun…was soll man denn dagegen argumentieren? Alles was die Deisten machen ist die letzte Ursache Gott zu nennen. Das ist nichts als Semantik. Soll ich mich jetzt hinstellen und sagen, es gibt keinen letzten Grund? Natürlich ist Gott in diesem Sinne ja nur ein Platzhalter für etwas weit komplexeres (und nein, keine theistischen Eigenschaften, null, nada, zero), aber das ist den Deistne jau auch bewusst.

Man könnte jetzt einen kurzen Exkurs über die Frankfurter Schule und die theoretishe unendlichketi von Wissenschaft anfügen, aber dann heißt es wieder, ich springe zu sehr von Thema zu Thema.

Ausserdem ist es aus einer rein praktischen Sicht nicht nötig gegen den Deismus zu argumentieren. Deisten kommen ja nicht daher und sagen: In der Bibel steht, das und das, also musst Du Dich so verhalten. Deus vult! Oder im Koran steht das und das, deshalb schmeisse ich Dihc jetzt von diesem Gebäude.

Dadurch dass Gott ja nciht in die Welt eingreift – entfällt ja alles was die Religion so gefährlich macht, in erster Linie der Anspruch im Namen einer höheren Autorität, eines tieferen Sinns, einer göttlichen Instanz zu handeln.



Wo sind die Statistiken zu Angriffen auf Politiker abgeblieben, Statista?

Nicht mehr auf der Statista-Seite abrufbar: Statistik zu Angriffen auf Politiker

Da ich mich ja immer schon gerne mit Statistiken beschäftigt habe, ist mir etwas aufgefallen, was wohl an vielen politischen Beobachtern vorbeiging: Im Oktober 2023, nach dem Angriff auf Tino Chrupalla in Ingolstadt, verschwanden die Statistiken der Angriffe auf Politiker nach Parteizugehörigkeit der Jahre vor 2023 schlagartig von der Hamburger Online-Statistikplattform Statista. Sucht man aktuell dannach, so erhält man unabhängig vom eingegebenen Jahr nur noch die Statistik von 2023, in der nun auch Beleidigungen und nicht nur tätliche, sondern verbale “Angriffe” eingerechnet werden. Für diese Änderung gibt es einen Grund: So lässt sich das erdrückende Übergewicht von AfD-Politikern als Angriffsziele von (eigentlich ja gemeinter) physischer Gewalt verwässern. Stattdessen sind deshalb nun die auf einmal die Grünen die vermeintlich am meisten “angegriffene” Partei.

Doch auch wenn die Statistiken verschwunden sind, so findet man noch immer Artikel, die sich auf diese beziehen. So heißt es etwa im “Spiegel” vom 8. Februar 2021: “Die meisten Angriffe richteten sich 2020 gegen Mitglieder der AfD oder andere Menschen, die der Partei zugerechnet wurden. Laut Polizeistatistik wurde die AfD in 694 Fällen Ziel von Angriffen. Die Angreifer wurden zum überwiegenden Teil dem linken Spektrum zugerechnet. Die Grünen belegten Platz zwei: Sie waren 206 Mal von Angriffen betroffen, wobei mehr als jede zweite dieser Attacken auf das Konto von Rechten ging. 189 Angriffe richteten sich gegen CDU-Vertreter, in 169 Fällen traf es die SPD. Politiker und Mitarbeiter der Linken wurden demnach 138 Mal zum Angriffsziel. Laut Statistik richteten sich im vergangenen Jahr 42 Angriffe gegen CSU-Vertreter und 35 Angriffe gegen Vertreter der FDP.

Einfach nur dreist

Doch es darf natürlich nicht sein, dass die Hetze gegen die AfD tatsächlich auch zu Gewalt führt. Schließlich ist doch die AfD der designierte geistige Brandstifter, ja sie muss es immerdar sein! Alles andere wäre narrativgefährdend! Der kleine Antifant mit seinem Molli in der Hand muss sich weiterhin so fühlen müssen, als sei er im heldenhaften Widerstand und bewahre Deutschland gerade noch vor dem Vierten Reich! Ein Nazi-Partei als realer Opfer? Das wäre ja noch schöner! Also wurden offenbar mal eben rasch die Statistiken neu “berechnet” vulgo manipulativ geschönt – und die alten Statistiken einfach ohne Angabe von Gründen aus dem Verkehr gezogen.  Clever. Man könnte auch sagen: Einfach nur dreist.

Natürlich ist politische Gewalt stets zu verurteilen, egal von welcher Seite sie kommt; aber dass sich jetzt die Medien sich überschlagen und die etablierten Parteien heuchlerisch ihre Solidarität bekunden wegen eines Angriffs mit unklarem Tat- und Motivhintergrund, hat schon einen schalen Beigeschmack. Wo waren sie alle, als im März diesen Jahres das Auto der Mutter eines AfD-Lokalpolitikers in Leipzig angezündet wurde und an die Garagenwand “Wir kommen wieder Nazi Schwein” gesprüht wurde? Doppelmoral bedeutet nicht doppelt so viel Moral – auch wenn sich manche anscheinend so fühlen.

Meine Einstellung zu Weidel und der AfD

Anlass war die Aussage eines Gesprächspartners, dass Alice Weidel rechtsradikal sei. Auf Nachfrage, woran er dass festmache, kam nur die Aussage, dass man das ja nicht an konkreten Aussagen festmachen könne, weil sie ja clever sei.

Ja, klar. Aber Du weißt ja, was Weidel wirklich denkt, weil Du das in der Taz oder der SZ gelesen hast. Hast aber wahrscheinlich noch keine Rede von ihr selbst gesehen. Aber gehört ja gerade bei der AfD zum guten Ton über sie und nciht mit ihr zu reden.

Was sich auch in Deinen weiteren Ausführungen widerspiegelt:

Die AfD ist nicht grundsätzlich einen Ausstieg sondern für eine Umstrukturierung der EU – einen Gedanken den ich grundsätzlich nicht verkehrt finde, da die EU zu einem aufgeblasenen Bürokraten und Lobbyisten-Verband verkommt, der zu sehr in nationale Belange eingreift.

Die von Correctiv herbei fabulierten „massenhaften Abschiebungen“ (viele glauben ja wirklich es ginge darum einfach alle Menschen mit anderer Hautfarbe abzuschieben) sind so nicht Teil der Politik der AfD. Und millionenfach…kann man von mir aus getrost abschieben. Angefangen mit beinahe einer Million Syrer, die noch immer hier ist, obwohl in Syrien kein Krieg mehr ist (was ist hier eigentlich der längerfristige Plan? Einfach warten bis alle eingebürgert sind?). Dazu die 300.000 vollziehbar Ausreisepflichtigen, die nur nicht abgeschoben werden, weil es am politischen Willen fehlt. etc. etc.

Und bevor mir hier jetzt Rassismus unterstellt wird – nein, ich habe nichts grundsätzlich gegen Flüchtlinge und schon gar nicht gegen Ausländer. Ich habe von Jesidinnen getroffengehört, die unaussprechliches erlebt haben, die hier ihr Leben lang auf Sozialleistungen und psychologische Betreuung angewiesen sein werden. Und das ist ok. Mehr als das: Ich bin stolz darauf, dass Deutschland diesen Menschen hilft. Aber Deutschlands und Europas Gutmütigkeit wird eben millionenfach ausgenutzt und da muss man einen Riegel vorschieben: Sonst ist nämlich auch bald nichts mehr für die echten Flüchtlinge da. Und sag jetzt nicht, dass es für das Problem keine einfache Lösung gibt, denn es gibt genug Ansätze – man muss sich nur mal den Rest Europas anschauen, wo mittlerweile ein Umdenken stattgefunden hat.

Eine ehemalige Kollegin hat mir gerade einen Fall geschildert: Junger Mann aus der Türkei, davor in Griechenland und in Italien gelebt, kommt nach Deutschland und verlangt mit einem gefälschten ukrainischen Pass Asyl. Die Fälschung fliegt auf, aber anstatt ihm die Einreise zu verweigern oder ihn zurück nach Italien zu schicken wo er nach geltendem Recht seinen Antrag spätestens hätte stellen müssen: Erhält er hier erst mal ne Duldung. Yeah. So läuft das. Und das ist wirklich nur die Spitze des Eisbergs dessen, was hier falsch läuft. Wir reden noch nicht einmal von Kriminalität. Zum Beispiel von dem Somalier, der in seiner Heimat einen umgebracht hat und ihm dort die Blutrache droht. Tja…sein Leben ist im Heimatland bedroht, damit erhält er hier subsidiären Schutz. Ein Mörder. Der Fall wird hier natürlich nicht verfolgt, es kommt zu keiner Verurteilung, weil…ja – wie denn?

Die Außenwirkung der AfD, ihr Auftritt in den sozialen Medien halte ich persönlich auch für abstoßend – da hast Du absolut recht. Das ist auch einer der Gründe, warum ich mich nicht für die Partei direkt engagiere, auch wenn ich mit vielen ihrer Forderungen mitgehe. Und ja, ich würde mir auch wünschen eine andere Partei wählen zu können, die mir glaubhaft versichert das Problem der Migration endlich mal nachhaltig anzugehen. Gibt es aber nicht. Den Wendehälsen der CDU, die uns das alles eingebrockt haben, glaube ich schon lange nichts mehr, schon gar nicht, wenn jetzt wieder eine Koalition mit den Grünen, der in Migrationsfragen vollkommen weltfremden Partei, im Raum steht.

Eine Koalition zwischen CDU und AfD wäre mMn aktuell das beste für D. und ist, den Umfragen zufolge, auch der Wählerwille. Aber darum pochen ja die SPD und die anderen linken Parteien und Medien so auf die Brandmauer. Sie wissen sehr wohl, dass ihnen diese die Regierungsbeteiligung sichert. Deshalb schließt man kategorisch die Zusammenarbeit mit der AfD aus – was auch für die AfD selbst fatal ist, den so wird sie um die realpolitische Verantwortung gebracht, welche damals ja auch die Grünen von den Fundis in die Realos überführt hat. Darüber hinaus schließt sich auch noch vom Diskurs aus, obwohl oder gerade weil sie in vielen Punkten gute Argumente hat.

Das wiederum liegt meiner Einschätzung nach auch daran, dass die Flüchtlingskrise 2015 von der CDU verursacht wurde. So hatte die AfD, die damals als einzige Partei gegen die Flüchtlingspolitik war, auf die Folgen hingewiesen hat von denen sich viele bewahrheitet haben, vom Diskurs ausgeschlossen wurde. Die linken Parteien sind in Migrationsfragen ohnehin Fakten nicht zugänglich und streng gesinnungsethisch unterwegs ohne einen Blick auf die absehbaren Folgen und die CDU wollte ihr eigenes Versagen vertuschen. So hatte die AfD auch ihre tendenziellen Verbündeten, die Konservativen gegen sich – und damit auch gleich deren mediale Unterstützer, angefangen beim Springerverlag, aber natürlich auch weite Teile des ÖRR.

Man hatte Angst der AfD Redezeit zu geben, weil man befürchtet, dass ihre Positionen dann noch mehr Zustimmung bei den Bürgern erhalten würden. Denn sie hatte die Argumente, die Zahlen auf ihrer Seite und das wusste man sehr wohl und im direkten Gespräch würden die pauschalen Vorwürfe von „Hass und Hetze“ eben nicht standhalten. Also begnügte man sich damit, die AfD in die rechte Ecke zu stellen , was sie ihren Gegner ja auch zugegebenermaßen zu leicht gemacht hat.

Aber am Ende geht es am Ende doch nur um das Kleinhalten eines ungeliebten Konkurrenten im politischen Wettbewerb. Um Pfründe und Posten. Denn undemokratische Äußerungen findet man auch in den etablierten Parteien zu genüge, da muss man sich nur mal die SPD-Frauen so ansehen oder die jüngst vom Thüringer CDU-Kandidat Voigt geäußerte Aussage, man solle eine Berechtigung für Meinungsäußerungen im Internet erwerben müssen, die einm unter Umständen auch wieder aberkannt werden könnte. Sagt alles, was dieser Herr von freier Meinungsäußerung hält. Da wird er mett.

Hinzu kommt, dass die AfD auch deshalb unangenehm ist, weil ihre Politiker Lebens- und Berufserfahrung und deshalb die Parteisoldaten und Berufspolitiker aus ihrer Komfortzone stoßen. Das ist bei dem eingesessenen und realitätsfremden Politikapparat in Deutschland bitter nötig. Deshalb verteidige ich die AfD und Frau Weidel, auch wenn ich mit ihnen gewiss nicht in allen Punkten übereinstimme. Sie sind ein wichtiger Teil des demokratischen Diskurses.

Qualitätsjorunalismus bei Die Zeit: Clickbait und Fake News

Fallen Sie bitte nicht auf diese #clickbait #fakenews rein, die von Qualitätsmedien wie Die Zeit verbreitet wird. Der Schwarze wurde nicht erschossen, weil er nicht angeschnallt war, sondern weil er sich den Anweisungen der Beamten widersetzt hat und wahrscheinlich das Feuer auf sie eröffnet hat. Doch diese Information ist im Titel vollkommen irreführend dargestellt. Journalisten sollten sich in diesem Fall doch bewusst sein, dass solche Nachrichten das Potenzial haben, auch in Deutschland, Ausschreitungen zu provozieren.

Das nimmt man aber billigend in Kauf für ein paar Clicks und politische Agitation, der Festigung des Narrativs rassistischer Polizeigewalt. Da kommt einem nach der niederschmetternden Kriminalstatistik gerade recht. In Deutschland begehen 14% Ausländer 41% der Straftaten*. In den USA besteht 13% der Bevölkerung aus Schwarzen, die 52% der Gewaltverbrechen begehen. „Immer wieder kommt es in den USA zu tödlichen Polizeieinsätzen. Opfer sind vorwiegend schwarze Menschen,“ schreibt Die Zeit weiter. Das ist nur richtig, wenn man die Zahl ins Verhältnis zum Bevölkerungsanteil setzt. Im Verhältnis zu den begangenen Straftaten sind schwarze Opfer sogar seltener als weiße. Die Zahl auf welche sich die Zeit hier bezieht wurde von der Washington Post nach dem Tod von Georg Floyd erhoben.

Der Fokus der Medien auf vereinzelte Erschießungen Schwarzer durch die Polizei vermittelt einen falschen Eindruck der Realität. Laut der Datenbank der Washington Post zu Polizeischießereien wurden in den USA im Jahr 2020 18 und im Jahr 2019 13 unbewaffnete Schwarze von der Polizei getötet. Damit waren 2019 26 % der durch die Polizei erschossenen Schwarze. Laut FBI-Statistiken ist dieser Prozentsatz zwar größer als der Anteil schwarzer Amerikaner an der Gesamtbevölkerung von 13 %, liegt aber unter der bereits erwähnten Rate an Kriminellen. Die Berichterstattung vermittelt das Bild, Schüsse auf Schwarze hätten zugenommen, wären geradezu alltäglich. Laut der Statistik des FBI gab es im Jahr 2018 6,5 Millionen Polizeieinsätze an denen Schwarze beteiligt waren, dabei wurden landesweit 22 von der Polizei getötet. Diesen Zahlen zufolge ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schwarzer von einem Polizisten getötet wird, geringer als die Wahrscheinlichkeit, durch einen Blitz getötet zu werden. Statistiken mögen für die Familien der schwarzen Opfer von Polizeigewalt kein Trost sein, aber sie helfen die Geschehnisse ins Verhältnis zu setzen. Allein in Chicago wurden im Jahr 2018 318 Schwarze zwischen 16 und 41 Jahren erschossen. Die meisten von ihnen von anderen Schwarzen.

Das heißt natürlich nicht, dass es keine rassistische Polizeigewalt in den USA gibt. Aber diese wird eben zu gerne instrumentalisiert um von dem eigentlichen Problem abzulenken: Der hohen Kriminalitätsrate unter den Schwarzen in Amerika. Für diese gibt es viele Gründe. Wie auch in Deutschland gibt es verzerrende Faktoren wie Bildungsniveau, Einkommen, (Kultur) etc. so dass sich die Zahlen nicht direkt in Relation setzen lassen. Aber wie auch in Deutschland wird man das Problem nicht lösen, wenn man es einseitig betrachtet und den Elefanten im Raum nicht anspricht.

Herr Clammrod und das Gendern

Bayern geht einen wichtigen Schritt, in dem es das Gendern verbietet. Bevor jetzt irgendwelche Neunmalklugen kommen, die mir wie auf Twitter erklären wollten, dass ja jede Sprache gegendert sei – es geht natürlich um das Verbot der sogenannten gendergerechte Sprache.

Dazu hörte ich heute im Deutschlandfunk Kultur die Meinung von Louis Klamroth, seines Zeichens Moderator von Hart aber Fair und Stecher von Langstreckenluisa (wenn das noch aktuell ist).

„Ist die CSU eine Verbotspartei, Herr Klammrot?“ – „In gewisser Weise schon, es gibt in Bayern wirklich wenig Menschen, die gendern, warum braucht es dann so ein Verbot?“
Nun, Herr Clammroth, wenn ich Ihnen das mal erklären darf, erstens Mal ist die Aufforderung sich an die Regeln zu halten kein Verbot. Und zweitens die „wenigen“, die es machen gehen da leider sehr aggressiv vor und sind nicht selten bestens in Medien, Universitäten und Parteien vernetzt. Sie als Befürworter können das natürlich nicht verstehen, aber viele Leute nervt es, wenn man ihnen vorschreiben will wie sie zu reden haben. Bitte behaupten Sie jetzt nicht, das wäre nicht so, denn es gibt ganz klare Bestrebungen die Zuhörer bspw. des ÖRR (der trotz der großteiligen Ablehnung in der Bevölkerung weitergendert, denn was interessiert es den deutschen Journalisten, wenn das schweinische Publikum sich an ihm kratzt) schlichtweg mürbe zu machen. Es einfach so lange durchzuziehen, bis es anschlägt. Blöd nur, dass das so gar nicht funktionieren will, im Gegenteil. Glaubt man den Umfragen, dann steigt die Ablehnung sogar.

Dass der Großteil der Bevölkerung nicht will – das, muss Herr Klamroth dann zugeben, das wäre schon ein gutes Argument, aber dass man dann auch keine Schulbücher mehr kaufen will in denen gegendert wird, das hält er dann doch wieder für nen starken Eingriff in die Unabhängigkeit der Schulen bei der Auswahl des Unterrichtsmaterials. Ach so – und dass es ein Großteil der Bevölkerung will macht das Vorgehen der CSU nicht automatisch populistisch.

Herr Klamrod (ja ich schreibe das absichtlich immer anders um `nen Punkt zu machen) – scheinbar verstehen Sie auch nicht, was konsequent ist. Denn Bücher zu kaufen, die einen Genderstern oder Doppelpunkt oder was auch immer für Fantasiezeichen abgedruckt sind, das ist eben auch falsch. Das Deutsche kennt keine Binnensatzzeichen. Der Hauptpunkt ist eben immer noch, dass Sprache einheitlich bleibt und nicht ein Teil von besonders Korrekten die Sprache als Vehikel nutzt um sich moralisch zu erhöhen. Wären Sie hingegen konsequent, dann würden Sie den Wunsch ihres Arbeitgebers, der Bevölkerung, denn Sie sind beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen, berücksichtigen und ihre Kollegen auffordern mit dieser Bevormundung aufzuhören.

Aber nee – zumindest bei dem Moderator der Sendung löst es in seinen eigenen Worten ein „Jetzt erst recht“ aus. Ja – aufgeben kann man eben immer noch nicht. Schon gar nicht beim in Berlin ansässigen DLF Kultur.

Die woken Berater von Sweet Baby Inc. machen sich zum Affen und Gamestar, Deutschlands größtes Spielemagazin, macht mit

Die Welt der Computerspiele ist eine faszinierende Welt. Nicht nur die Spiele selbst, sondern auch die Entwicklungen, die sich in dieser vergleichsweise jungen aber dennoch sehr erfolgreichen Branche beobachten lassen.

Der Markt für Videospiele setzte 2022 stattliche 183 Milliarden US-Dollar um. Damit ist der Spiele-Markt größer als die Film- und Musikindustrie zusammen. Auch Computerspiele brauchen ein immer größeres Budget und um die Kredite für die Entwicklung zu erhalten, fordern die Geldgeber Garantien, dass sich die Spiele auch verkaufen werden. Ironischerweise holen sich auch deshalb die Entwicklerstudios Firmen wie Sweet Baby Inc. ins Boot, sogenannte Sensitivity Reader im Gamingbereich, die dafür sorgen, dass die Spiele auch „inklusiv“ und „divers“ sind. Schlagworte die sich in der Praxis in den Worten einer Sweet Baby Inc. Mitarbeiterin so darstellen: „Zeigt mir Eure Geschichte mit einer weißen, männlichen Hauptcharaktere und ich schieße die für Euch ab.“ Wenn Ihr Euch also fragt, warum in Spiderman 2 riesige Black Lives Matter – Graffiti an der Wand sind und alles voller Pride-Fahnen hat das mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der Beraterfirma zu tun. Hier gäbe es noch viel zu sagen, aber das muss an dieser Stelle reichen.

Seltsamerweise scheinen die Studios immer noch nichts aus den Kontroversen um woke Spiele und Filme der letzten Jahre gelernt zu haben: Sie fürchten immer noch Rassismus und Homophobie Vorwürfe, Shitstorms und Moralkeulen des woken Mobs. Nur dass diese Leute ihre Spiele ohnehin nicht kaufen. Die wahre Fanbase der Spiele sieht diese Dinge ganz anders als die laute Minderheit von Aktivisten in den Sozialen Netzwerken. Gleichzeitig ist die Gamingcommunity gut vernetzt und äußerst kritisch, wenn jemand ihre Spielzeuge instrumentalisieren will.

Gratiswerbung? Nein, danke.

So fand sich dann auf der Spieleplattform STEAM ein Kurator, der es sich zur Aufgabe gemacht hat alle Spiele zu markieren an denen Sweet Baby Inc. Mitgewirkt hat. Während nun andere Firmen über die Gratiswerbung freuen würden, erkannte Sweet Baby Inc., dass ihre Beteiligung an Spielen von den Gamern nicht als Qualitätsmerkmal aufgefasst wurde.

Also versuchten die Betreiber die „Sweet Baby Inc. Detected“-Seite von Steam schließen zu lassen und das Konto des Betreiber zu sperren. Über Twitter wurde ein Aufruf gestartet die Seite zu melden, dem auch viele Keyboard-Warrior aus der Woke-Blase nachkamen. Nun scheinen bei Steam selbst aber recht vernünftige Leute zu sitzen, die diesem Druck nicht nachgeben wollten. Die Seite bliebe bestehen, der Betreiber wurde vom Steamsupport über die Aktivitäten gegen ihn und seine Seite in Kenntnis gesetzt. Gleichzeitig ereignete sich das, was man einen Streisand-Effekt nennt: Der Versuch Dinge im Netz zu canceln hat oft den gegenteiligen Effekt und verschafft der Sache mehr Aufmerksamkeit, so wuchs die Gruppe von ehemals 9.000 Mitgliedern innerhalb kurzer Zeit auf 250.000 Mitglieder an. Streamer und Contentcreator wurden darauf aufmerksam und veröffentlichten Videos zum Thema. Sweet Baby Inc. sah sich derweil gezwungen seine Social Media Accounts auf privat zu stellen.

Gamestar und die Amadeu-Antonio-Stiftung


Das Spielemagazin  Gamestar einen Artikel zum Thema mit dem Titel: „Einer der größten Steam-Kuratoren »Sweet Baby Inc detected« schürt aktuell riesige Hass-Kampagne im Netz“. Nur eben dass das so überhaupt nicht der Wahrheit entsprach. Schließlich waren es Mitarbeiter von Sweet Baby Inc. gewesen, die versucht hatten die Kuratorenseite schließen zu lassen. Auch davon abgesehen ist der Artikel, man muss es einfach so sagen, ein Witz. Die Kritiker an dieser Einflussnahme werden (wie könnte es anders sein) pauschal in die rechte Ecke gestellt. Unterstützung holt man sich bei diesem sensiblen Thema von, man fasst es nicht, der allseits unbeliebten Amadeu-Antonio-Stiftung der Ex-Stasimitarbeiterin Kahane, die schon mit Zitaten wie „die größte Bankrotterklärung“ der deutschen Politik seit der Wiedervereinigung, „daß ein Drittel des Staatsgebiets weiß [geblieben ist]“ glänzte. Gut, dass es bekanntlich keinen Rassismus gegen Weiße gibt, sonst könnte man sie doch glatt für rassistisch halten.

Die Vorwürfe an Sweetbaby inc. (sic!) passen genau in die metapolitische Strategie, die wir aus toxischen oder extrem rechten Kontexten kennen. Es wird versucht, ganze Gruppen auszugrenzen und Hass zu schüren,“ wird die AA-Stiftung zitiert. Wenn man also nicht will, dass die Spiele einer identitätspolitischen Agenda unterworfen werden, ist das natürlich eine rechte Kampagne. Dass es sich dabei um einen Akt des Schutzes der Kunstfreiheit handelt, kommt der Gamestar nicht in den Sinn. Dabei sollten doch gerade sie wissen, dass Eingriffe von Studios und externen Beraterfirmen in der Regel Gift für den kreativen Schöpfungsprozess sind. Was muss das wohl für ein Gefühl bei einem Spieleentwickler auslösen, der in manchen Fällen Jahre seines Lebens und Herzblut in sein Spiel gesteckt hat, wenn sein Projekt durch Diversity-Vorgaben verstümmelt wird? Wenn Inklusion und Diversität wichtiger sind als eine gute Geschichte zu erzählen, dann wird die Geschichte eben in der Regel auch nicht gut.

Sie glaube außerdem, dass Spieler nicht automatisch abschalten, nur weil sie als Frau oder Angehöriger einer nicht-weißen Ethnie spielen sollen. Als Beispiel nennt sie die erfolgreiche Horizon-Reihe von Sony. Auch ein Assassin’s Creed mit weiblichem Hauptcharakter würden die meisten Leute nicht verschmähen, sagt sie im selben Interview. In manchen Kreisen werden solche Aussagen von Belair oder anderen Angestellten von Sweet Baby Inc als »männerfeindlich«, »heterofeindlich« und/oder »rassistisch gegen Weiße« interpretiert.“

Nein. Genau um solche Aussagen geht es nicht. Und wieso Aussagen über weibliche Heldinnen von manchen überhaupt als „rassistisch“ bewertet werden sollten, darf mir die Gamestar auch mal bei Gelgenheit erklären. Es sind vielmehr Aussagen wie „Ich hatte einen Alptraum, in dem war ich ein weißer männlicher Gamer“ wie eine „They/them“ von Sweet Baby Inc. twitterte, die zurecht als neorassistisch bezeichnet werden.

Spieler haben gemeinhin kein Problem mit einer weiblichen Heldin. Lara Croft eine der bekannteste Spiele-Ikonen überhaupt ist weiblich und sie stammt noch aus einer Zeit als Computerspiele noch kein Massenphänomen waren. Die Leute mögen einfach keine schlecht geschriebenen Charaktere und forcierte Diversität. Das ist der Grund, warum Alien „trotz“ der weiblichen Hauptrollen Klassiker sind, aber niemand Ghostbusters 2016 sehen wollte. D

Wie zu erwarten bekam auch die Gamestar jede Menge Kritik für ihren Artikel und reagierte mit der Sperrung von vielen Nutzern, führte also den Kampf gegen die eigene Fanbase fort. Die Gamestar befindet sich natürlich in einer Zwickmühle: Auf der einen Seite wird sie sehr wohl wissen, dass viele Spielefans von der woken Einflussnahme überhaupt nichts halten. Auf der anderen Seite wollen sie es ich mit den großen Studios nicht verscherzen auf deren Kooperation sie angewiesen sind, die ihnen bspw. Testversionen der Spiele vorab zukommen lassen.

Am Besten wäre es wohl gewesen die Sache einfach neutral zu beleuchten, die Argumente beider Seiten aufzuzählen anstatt sich auf die Seite von Sweet Baby Inc. zu schlagen und Kritiker pauschal in die rechte Ecke zu stellen. Aber soweit hat man wohl nicht gedacht. Mit wievielen Kunden man es sich durch diesen miserablen Artikel verscherzt hat, lässt sich wohl nur erahnen.