Die Ringe der Macht Amazons

Als ich noch ein Kind war, sah ich in einer Zeitschrift eine Karikatur: Ein altes Ehepaar saß mit einem Rekorder vor dem Radio und nahm daraus Passagen auf. Die Bildunterschrift lautete: Anstatt das Radio einfach auszuschalten nehmen sie auf, wie der Moderator böse Dinge über Heino sagt um sich beim Sender zu beschweren. Warum schalten sie das Radio nicht einfach aus?

Scheinbar bin ich jetzt wie das alte Ehepaar. Klar könnte ich mir Amazons „Die Ringe der Macht“, die Adaption der Vorgeschichte zu Tolkiens Herr der Ringe, einfach nicht anschauen. Warum habe ich dennoch das Bedürfnis meinen Unmut über eine Serie aufzuschreiben, die ich noch nicht einmal gesehen habe? Zum einen handelt es sich nicht einfach um einen Radiosender, sondern um einen milliardenschweren Konzern, der das Potential hat sich zum allmächtigen Megakonzern in einem dystopischen Science-Fiction-Roman zu entwickeln. Zum anderen ist Heino auch nicht J.R.R. Tolkien, dessen Werk seit Generationen Menschen auf der ganzen Welt begeistert und inspiriert. Aber am Ende liegt der Grund auf der Hand: Ich möchte schöne Dinge haben. Ich möchte eine Serie haben, die Tolkiens Epos gerecht wird. Und ich möchte wissen, wie viele meiner Voraussagen sich letztendlich bewahrheiten. Ich, ich , ich…also doch alle nur Egoismus und Empörialismus? Wahrscheinlich ja. Gut. Nachdem das nun geklärt ist, zum Thema.

Wo ist das Problem?

Zugegeben, der Trailer zur bisher vermutlich teuersten Serie versteht durchaus visuell zu beeindrucken. Aber ein großes Budget und schöne Bilder machen eben noch keine gute Geschichte. Peter Jackson, der Regisseur der Herr Der Ringe-Trilogie war der Ansicht dass mit Herr der Ringe schon die perfekte Geschichte geschrieben wurde und das Hauptproblem darin bestünde ihr filmisch gerecht zu werden:

We had no interest in putting our messages into this movie, but we thought that we should honor tolkien by putting his messages into it. And we thought he cared about things we you know he’d you know the he he cared passionately about certain issues and we thought what we should do to honor him is to make sure that that his what he cared about ends up in the movie that’s what we tried to do.“

Vergleicht man diese Aussage mit den Statements der Showrunner von „Rings Of Power“,
It felt only natural to us that an adaptation of Tolkien’s work would reflect what the world actually looks like” und „We wanna tell the story that Tolkien has never written“ sollten bei jedem der die Unterwanderung des Kulturbetrieb der letzten Jahre durch Woke-Aktivisten nicht ignoriert hat, die Alarmglocken schrillen. Der Trailer liefert sein übriges: Die Einführung einer Reihe neuer nicht in den Büchern enthaltener Charaktere, forcierte Diversität, „starke“ Frauenrollen, was im modernen Hollywood in der Regel nur bedeutet, dass sich die Frauen wie toxische Männer benehmen.

Wie alles begann

Im Jahr 2011 erschien die erste Folge „Game Of Thrones“ und entwickelte sich schnell zu einem weltweiten Phänomen. Und wie schon nach dem Erscheinen der Herr Der Ringe-Trilogie wollte nun jedes Studio auf das vermeintlich sichere Pferd Fantasy setzen. Was liegt also näher als die Rechte an einem ohnehin schon etablierten Fantasy-Universum zu erwerben? Amazon kaufte 2017 die Rechte für eine Serie im Tolkien-Universum für eine Rekord-Summe von 250 Millionen Dollar. Diese Summe entspricht dem kompletten Produktionsvolumen der HdR-Trilogie.

Game Of Thrones schuf sich durch eine neue, unkoinventionelle Betrachtungsweise klassischer Fantasy-Handlungen in kurzer Zeit eine große Fangemeinde. Diesen Schritt gedachte Amazon einfach zu überspringen. Anstatt selbst durch interessantes und unverbrauchtes Storytelling ein Franchise zu etablieren, nutzt man die eigene Marktmacht und kauft sich einfach die bereits exisiterenden Tolkien-Fans. So zumindest in der Theorie.

Das Problem ist nur, dass die Tolkien-Fans so überhaupt nicht begeistert sind, wenn man ihre geliebte Welt respektlos behandelt. Zu oft mussten die Nerds dieser Welt in den letzten Jahren beobachten, wie beliebte und über Jahrzehnte etablierte Franchises der Gier der Konzerne und der Instrumentalisierung der Aktivisten zum Opfer fielen.

So war es dann auch wenig überraschend, dass sich Amzon von dem Tolkienforscher Tom Shippey trennte, nachdem dieser Amazon vorgeworfen hatte „Die Geschichte Tolkiens zu vergiften“ („to pollute the lore“). Statt dessen setzt man auf Personalien, die die Arbeit Tolkiens als „problematisch“ bewerten. Auf Aktivisten der Woko Haram, die in allem männlichen Agenten des Patriarchats und in allem westlichen Strukturellen Rassismus sehen.


Diversität und Repräsentation


Im Trailer ist dann auch zu sehen, dass sich die Aktivisten durchgesetzt haben. Schwarze Zwerge („Dwarfs Of Colour“) sollen helfen, dass sich durch Repräsentation nicht nur „weiße Menschen“ angesprochen fühlen. Scheinbar reicht es nicht, dass Herr der Ringe sich weltweit 150 Millionen mal verkauft hat. Herr der Ringe war immer für alle zugänglich. Aber die Woko Haram hält die Menschen wohl für derart rassistisch, dass sie einen Film nur mögen können, wenn sie Menschen mit der eigenen Hautfarbe darin sehen. Gut möglich, dass sie da zu sehr von sich auf andere schließen. Denn es ist doch seltsam, dass Filme wie Mulan mit einem ausschließlich asiatischen Cast von solchen Forderungen ausgenommen sind. Da bekommt man geradezu den Eindruck es ginge explizit um weiße Menschen.

Die Aktivisten wissen, dass sie damit die Fans wütend machen. Es ist Kalkül. So kann man jegliche Kritik am Inhalt auf das toxische Verhalten der Fans abwälzen. Ihnen Rassismus unterstellen, sie als Misogonisten bezeichnen – und gleichzeitig schaffen die Diskussionen im Internet kostenloses Marketing. So zumindest die Theorie. Es bleibt abzuwarten ob der große Widerstand der Fans im Netz wirklich wirtschaftliche Auswirkungen auf den Erfolg der Serie haben wird. Den meisten Serienjunkies dürfte weder das Quellenmaterial, noch die Kontroversen bekannt sein.

Dabei geht es nicht einmal primär um das Blackwashing von Charakteren, sondern darum, dass man offensichtlich denkt, die Zuschauer erziehen zu müssen und dabei die eigentliche Geschichte außer Acht lässt. Und das ist letztlich auch der Grund, warum ich keine schönen Dinge mehr haben kann. Weil beinahe jeder Film, jede Serie meint, sie müsse mich erziehen. Und es stört einfach meine Immersion, wenn ich überall schwarze Charaktere sehe und weiß, man hat sie nicht ausgewählt weil sei am besten in die Rolle passen, sondern weil Repräsentation und Diversität wichtiger sind als eine in sich stimmige Welt und eine gute Geschichte.

Dabei gäbe es doch in Tolkiens Welt genug Möglichkeiten People Of Colour bedeutungsvoll in die Geschichte einzubinden, wie es ja Game Of Thrones auch geschafft hat. Tolkien selbst sagte, dass sein Universum auch erweitert werden kann. Dass Dinge die er selbst nicht explizit beschreibt, von anderen weitergedacht werden kann. Warum also nicht die Völker des Südens und Ostens mehr beleuchten, die in der Original Trilogie ja in erster Linie als Gefolgsleute Saurons auftreten? Dabei ist Tolkien sehr deutlich, dass die Haradrim nicht inhärent böse sind, sondern lediglich unter die Macht des dunklen Herrschers gefallen sind. Das wäre jedenfalls der elegantere Weg gewesen als einem Volk das ausschließlich unter der Erde lebt wie die Zwerge eine dunkle Hautfarbe zu verpassen.

Same Procedure as every other franchise

Bestenfalls wird „Die Ringe der Macht“ also ein generisches Fantasy-Spektakel, das nichts bis wenig mit der großartigen Arbeit Tolkiens zu tun hat – schlimmstenfalls ein wokes Cringe-Fest. Dabei sollten die Produktionsfirmen doch mittlerweile gelernt haben, dass was ihre Schreiber die oft nach politischer Gesinnung und nicht nach Talent ausgewählt werden produzieren, schlichtweg schlecht ist. Wem das Platzieren der eigenen Botschaft wichtiger ist als eine zeitlose Geschichte, dessen Geschichte ist mit hoher Wahrscheinlichkeit schlecht.

Den großen Studios ist die Botschaft der Geschichten egal. Es geht ihnen auch nicht wirklich um Diversität. Sie verwechseln nur Aktivisten auf Twitter mit der Stimmung in der Gesamtbevölkerung. Ihnen sind auch die Fans egal. Es geht um Geld. Aber scheinbar merkt man nun auch in Hollywood, dass „get woke, go broke“ nicht nur schöne Worte sind. So bleibt zu hoffen, dass „Ringe der Macht“ ein weiterer, vielleciht sogar der letzte Nagel im Sarg der Unterwanderung der Kunst durch die Woko Haram ist.

Des Weißen Mannes neue Last

In den letzten Jahren wurden wir immer wieder Zeuge verstörender Szenen von Migranten die auf der Flucht aus den Entwicklungsländern versuchen, nach Europa zu gelangen. Besonders ergreifend sind die Bilder von jungen Männern aus Schwarzafrika, die versuchen die Sperrzäune in Richtung der spanischen Enklaven Ceuta und Melilla in Marokko zu überwinden:

Sehen wir von der Frage ab, ob Spanien diese Enklaven an Marokko zurück geben sollte, so ist die Entschlossenheit der Migranten bemerkenswert, die nach Europa reisen wollen. Sie sind illegal nach Marokko eingereist und dürfen von dort illegal in ein anderes Land einreisen – ziemlich sicher mit stillschweigender Genehmigung der marokkanischen Behörden. Seltsam mutet auch der Anblick der jungen Männer an, die „Freiheit“ rufen und sich bei ihrer Ankunft in den Enklaven in die EU-Flagge hüllen. In Wirklichkeit sind sie alles andere als frei. Es ist sehr unwahrscheinlich ist, dass die spanischen Behörden ihnen Asyl und Aufenthaltsrecht gewähren. Handelt es sich bei ihnen nicht um Flüchtlinge, sondern um illegale Wirtschaftsmigranten, wird man sie wieder ausweisen. Wirklich abschrecken, werden diese Maßnahmen zukünftige Migranten nicht.

Oft hört man, dass solche Bilder ein Indiz der europäischen Herzlosigkeit seien. Wesentlich seltener hört man, dass es sich um ein Indiz für die Unfähigkeit derjenigen handelt, die jetzt seit mehr als einem halben Jahrhundert über Europas ehemalige Kolonien herrschen. Die postkolonialen Regierungen sind beinahe ausmahmslos katastrophal gescheitert. Es ist naiv zu behaupten, die Migrationskrise der letzten Jahre sei die Folge westlicher Interventionen in den Ländern, aus denen so viele fliehen. Dies trifft bestenfalls teilweise zu. Zwar stammt eine erhebliche Anzahl von Migranten aus Afghanistan, dem Irak und Libyen, doch die größte Zahl seit 2013 ist vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen, in dem kaum westliche Militäreinsätze statt gefunden haben.

Auch die Migranten aus Schwarzafrika sind nicht auf der Suche nach Schutz vor westlichen Militäreinsätzen. Sie versuchen der Armut, Arbeitslosigkeit, Korruption und Hoffnungslosigkeit in ihren eigenen Ländern zu entkommen, die von ihren eigenen Herrschern geschaffen wurden. Vierzig Jahre nach der Unabhängigkeit ist die Wirtschaft Simbabwes am Boden. Im November 2019 warnte der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, dass 60 Prozent der Bevölkerung „lebensmittelunsicher“ sind, d. h. „die Menschen in Simbabwe nähern sich langsam einer menschengemachten Hungersnot. Dass so viele versuchen nach Europa zu gelangen – und dass es viele noch versuchen werden – ist verständlich, da sich dort bereits Dutzende Millionen Menschen aus den Entwicklungsländern niedergelassen haben. Diese Migranten glauben, dass sich ihre Perspektiven unter der Führung der demokratisch gewählten Führer Europas und der liberalen Institutionen und Gesetze des Kontinents erheblich verbessern werden.

Die Zahl der auswanderungswilligen Menschen ist sehr hoch: Eine im Dezember 2018 durchgeführte Gallup-Umfrage ergab, dass 750 Millionen Menschen weltweit dauerhaft in ein anderes Land migrieren möchten – das sind 10 Prozent der Weltbevölkerung. Die favorisierten Migrationsziele liegen wenig überraschend in überwiegend in Europa und Nordamerika. Der größte Prozentsatz der Befragten (33%), die zwischen 2015 und 2017 angaben migrieren zu wollen, lebte in Afrika südlich der Sahara. Im Vorfeld des 50. Jahrestages der Unabhängigkeit Jamaikas im Jahr 2011 berichtete die jamaikanische Zeitung „The Gleaner“, dass erstaunliche „60 Prozent der Jamaikaner der Ansicht waren, dass es dem Land besser gegangen wäre, wenn es eine Kolonie Großbritanniens geblieben wäre. Umgekehrt gaben 17 Prozent der Befragten an, dass es dem Land schlechter gehen würde, wenn es eine britische Kolonie bleiben würde, während 23 Prozent angaben, es nicht zu wissen.“

Ein Zeugnis der Schande

Ein ähnliches Gefühl dürfte in vielen anderen ehemaligen Kolonien vorherrschen, in denen jahrzehntelange Unabhängigkeit kaum Fortschritt gebracht hat. 2007 rief der sudanesische Milliardär Mo Ibrahim den „Ibrahim Prize for Achievement in African Leadership” (Ibrahim-Preis für besondere Leistung in der Führung Afrikas“ ins Leben. Mit dem Preis sollten ehemalige afrikanischen Staats- und Regierungschefs ausgezeichnet werden, die folgende Kriterien erfüllen: Sie müssen ihr Amt in den letzten drei Jahren niedergelegt haben; sie müssen demokratisch gewählt worden sein; sie müssen eine verfassungsmäßige Amtszeit abgeleistet haben; und sie müssen sich durch außergewöhnliche Führung ausgezeichnet haben. Der Preis ist mit einer Summe von 5 Millionen US-Dollar dotiert sowie weiteren 200.000 Dollar jährlich lebenslang. In den Jahren 2009, 2010, 2012, 2013, 2015, 2016 und 2018 konnte der Preis nicht vergeben werden, da kein Kandidat die Voraussetzungen erfüllen konnte. Ein Zeugnis der Schande.

Es ist unverzeihlich, dass die Machthaber der Länder, aus denen die Bürger versuchen nach Europa zu fliehen, kein Wort über die Tragödien im Mittelmeer verlieren und dass sie sich nicht bemühen, die Leichen der Toten nach Hause zurückzubringen. Die westlichen Medien bezeichnen dieses Problem fälschlicherweise als „Europäische Migrationskrise“ und konzentrieren sich ausschließlich auf das Versagen europäischer Politiker und Institutionen. Geflissentlich übersehen sie die Fehler der Regime in den Heimatländern der Migranten und verkennen die tragende Rolle, welche die Machthaber dieser Länder spielen. Denn diese Krise ist in erster Linie eine Krise der Herkunftsländer, nicht die Europas.

Gelegentliche Ausnahmen zeigen, wie wichtig es ist die Entwicklung in den Herkunftsländern in die Berichterstattung miteinzubeziehen. In einer CNN-Reportage von 2017 wurde berichtet, dass afrikanische Migranten auf Sklavenmärkten in Libyen verkauft wurden. Dieser Bericht veranlasste die nigerianischen Behörden einige ihrer Bürger nach Hause zu retten.

Nigeria ist Afrikas größte Nation und verfügt über beachtliche Erdölvorkommen. Unter einer effektiven Führung hätte sich das Land zu einer wohlhabenden Nation entwickeln können. Statt dessen verschwendeten einige der schlimmsten Kleptokraten, die diese Welt jemals gesehen hat den Ölreichtum, der andernfalls zu einer Verbesserung des Lebensstandards vieler Bürger hätte beitragen können.

Man fragt sich angesichts dieser Entwicklung, wie viel Prozent der nigerianischen Bevölkerung bei einer Umfrage wohl angeben würden, dass es dem Land besser gehen würde, wäre es britische Kolonie geblieben. Ein viktorianischer Kolonialist würde darin wohl die Gültigkeit dessen bestätigt sehen demonstriert, was Rudyard Kipling die „Bürde des Weißen Mannes“ nannte. Der vollständige Titel von Kiplings berüchtigtem Gedicht von 1899 lautet „Die Bürde des Weißen Mannes: Die Vereinigten Staaten und die philippinischen Inseln“ und es wurde geschrieben, um die USA davon zu überzeugen, dass es die moralische Verpflichtung westliche Männer wäre, die Philippinen zu kolonisieren und zu zivilisieren.

Die Push- und Pull-Faktoren bleiben unangetastet

Heute ist die Bürde des Weißen Mannes umgekehrt worden – es ist nicht die Pflicht des Westens sich vor Ort niederzulassen, sondern alle Migranten willkommen zu heißen, die den weißen Mann (und die weiße Frau) anflehen, für das zu sorgen, was ihre eigenen Herrscher nicht zu leisten im Stande sind: ausreichende Nahrung, angemessene Unterkunft, Arbeit, Bildung , Gesundheitswesen und so weiter – die Grundlagen für ein glückliches und sorgenfreies Leben. Die Führer der Herkunftsländer – ob nun demokratisch gewählt oder nicht – sollten sich gründlich dafür schämen. Aber die westlichen Nationen zögern, dieses Fehlverhalten anzusprechen. Sie sind zu sehr gehemmt von ihrer eigene beschämenden Geschichte. Selbstgeißelung tritt an die Stelle konstruktiver Kritik und Selbstgefälligkeit an die Stelle konstruktiven Handelns. Die Push- und Pull-Faktoren bleiben unangetastet, welche die globalen Migrationsbewegungen vom Süden in den Norden verursachen.

Allerdings zeigt sich mittlerweile, dass viele Europäer diese neue Bürde des Weißen Mannes nicht auf sich nehmen wollen. Sie sehen sich nicht in der moralischen Verpflichtung für das Versagen anderer aufzukommen und fangen an Politiker zu wählen, die das ähnlich sehen.

Der Zustrom von Migranten in den letzten Jahren hat zu einer unvermeidlichen Gegenreaktion gegen die Masseneinwanderung und zu einer Nulltoleranz gegenüber illegaler Einwanderung geführt. Damit einher geht der Aufstieg von von Populisten und Demagogen, die sich (zumindest in ihrer Rhetorik) dazu verpflichtet haben, diese zu beenden. Parteien, die sich mit Nachdruck gegen Migration einsetzen, haben auf dem gesamten Kontinent an Stärke gewonnen.

Ungeachtet dessen, dürfen die Europäer nicht weiterhin die tiefgreifenden Probleme der Entwicklungsländer ignorieren, die so viele dazu veranlassen, den gefährlichen Weg für ein besseres Leben zu wagen. Es kann in diesem Zusammenhang keine einfachen Lösungen geben, aber Europa sollte durch nachhaltige Beratung und Unterstützung dazu beitragen, die Verwaltung von scheiternden und gescheiterten Staaten zu verbessern. Bisher wurde dies über Entwicklungshilfe versucht, leider mit mäßigem Erfolg.Als Reaktion auf die Migrationsbewegungen plädierte das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit bereits 2017 für einen „Marshall-Plan“ mit Afrika, der anerkennt, dass die Afrikaner ihr Leben riskieren um nach Europa zu gelangen, weil es in ihren eigenen Ländern an Entwicklungsmöglichkeiten mangelt – eine durchaus positive und ermutigender Vorstoß. Allerdings zeigen die anderen EU-Staaten wenig Interesse an diesen Bemühungen.

Wenn Initiativen wie diese den Fokus auf eine verbesserte Regierungsführung und die Eindämmung von Korruption legen, könnten sich die Aussichten auf eine nachhaltige Entwicklung Afrikas und des globalen Südens erheblich verbessern. Dies wird irgendwannhoffentlich der lebensgefährlichen Flucht von Migranten und der neuen Bürde des Weißen Mannes ein Ende setzen.

„The New White Man’s Burden“

von Rumy Hasan

erschienen bei Quillette

-Aus dem Englischen von Aischa Schluter – ich hoffe ich verletze nicht irgendwelche Rechte…oder Linke

Keine Waffen in Krisengebiete?

„Keine Waffen in Krisengebiete“ ist ungefähr so sinnvoll wie „keine Bluttransfusionen während Operationen“ oder „keine Rente für Menschen über 80“.

Gerade in Krisengebieten werden Waffen am dringendsten gebraucht. Und zwar in erster Linie zum Schutz von Leib und Leben der Zivilbevölkerung gegen Angriffe von Aggressoren, nicht um „den Konflikt anzuheizen“.

Die Partei-, Wahl- und Grundsatzprogramme roter und grüner Parteien sind regelmäßig vollgestopft mit solchen linkspopulistischen Parolen, über deren Implikationen und Konsequenzen sich die Autoren scheinbar keine Sekunde lang Gedanken machen. Umso begrüßenswerter, dass ALB diesen weltfremden Grundsatz ihrer Partei einfach kurzerhand abräumt.

Ein bisschen Schadenfreude über die Enttäuschung pazifistischer Grünenwähler kann ich mir nun auch nicht verkneifen – für die meisten Anhänger anderer deutscher Parteien sind derartige Enttäuschungen ja an der Tagesordnung.

Kapitulation beendet nicht das Blutvergiesen

Ich habe eine Handvoll normalerweise grundstabiler konservativer Freunde in der Facebook-Bubble, die beim Ukrainekrieg auf Abwege geraten und mindestens naiven pazifistischen Träumereien nachhängen. Oft höre ich aus dieser Ecke, die Ukrainer sollten einfach kapitulieren und die Russen gewähren lassen, damit nicht noch mehr Menschen sterben.

Das Blutvergießen würde aber doch nur enden, wenn die Ukraine den Krieg gewinnt und die russische Armee sich zurückzieht. Würde Russland gewinnen und zur Besatzungsmacht werden, würde der Genozid erst anfangen.

Schaut euch bitte an, was in Butscha, Cherson, Trostjanez oder Makariw passiert ist. Überall, wo Kampfhandlungen aufgrund fehlenden ukrainischen Widerstands vorübergehend zum Erliegen gekommen sind und die russische Armee temporär die Kontrolle übernommen hat, ging das Gemetzel los. Überall Hunderte Zivilisten bestialisch gefoltert, vergewaltigt und ermordet. Was Leben schützt, ist militärischer Widerstand. Die Beendigung von Kriegshandlungen zum jetzigen Zeitpunkt würde weniger als nichts zur Rettung von Menschenleben beitragen.

Pazifisten haben zuweilen eine merkwürdige Art, über Krieg zu sprechen, als wäre der Krieg selbst ein handlungsfähiges Subjekt. Der Krieg kann aber keinen Abzug drücken. Der Krieg feuert keine Mörsergranaten ab und fliegt keine Kampfjets. Es ist nicht „der Krieg“, der Zehntausende unschuldige Menschen in der Ukraine tötet. Das tun die Russen. Das pazifistische Weltbild stellt die Realität genau auf den Kopf. Wenn sie nicht mehr bekämpft werden, stellen russische Soldaten das Morden doch nicht ein, sondern fangen erst richtig an damit.

Links, zwo drei vier

Bei Gewalttaten gibt es in der Regel einen Aggressor und ein Opfer, eine stärkere und eine schwächere Partei. Mein erster Impuls bei Gewalt ist immer, mich auf die Seite des Opfers und gegen den Aggressor zu stellen, unabhängig davon, wer stärker oder schwächer ist.

So finde ich mich regelmäßig in Opposition zu manchen Linksautoritären, die reflexartig das Gegenteil machen, sich konsequent hinter Aggressoren und gegen deren Opfer stellen. Diese Linken unterstützen z. B. den Hamas-Terror im Nahostkonflikt genauso wie Putins Angriffskriege.

Dann gibt es eine Gruppe (ebenfalls häufig Linke), die sich bei jedem Konflikt konsequent auf die Seite der schwächeren und gegen die stärkere Partei stellt, unabhängig davon, wer Aggressor und wer Opfer ist, wer sich moralisch im Recht befindet und wer Unrecht begeht. Diese Gruppe hat in der Vergangenheit oft Russland unterstützt, als der Eindruck erweckt wurde, es würde sich im Konflikt mit der mächtigen NATO befinden, wendet sich nun aber gegen Russland, da es die schwächere Ukraine angegriffen hat. Ich rechne damit, dass diese Gruppe die Ukraine nur unterstützt, solange diese als schwächer gilt, aber erneut die Seite wechseln würde, wenn sich die Kräfteverhältnisse änderten.

Schließlich gibt es die Anhänger des Gesetzes des Dschungels, zu denen die „konservativen Pazifisten“ in meinem Freundeskreis offenbar auch gehören: Russland ist stärker als die Ukraine, daher sollten die Ukrainer kapitulieren und den Russen einfach geben, was immer sie wollen.

In dieser Ecke geriert man sich gerne als Verantwortungsethiker, verschwendet aber keinen Gedanken an die Konsequenzen, würde die globale Friedensordnung der vergangenen Jahrzehnte aus den Angeln gehoben und durch das Recht des Stärkeren ersetzt.

Pazifisten auf Seite des Aggressors

Gegen den Vorwurf der Parteinahme für den Stärkeren haben die Pazifisten (aller Couleur) eine wohlfeile und allzu durchsichtige Verteidigung parat: Sie seien ja gar nicht pro Putin, sondern neutral gegenüber beiden Konfliktparteien, und lediglich gegen Krieg.

Zunächst mal ist es in meinen Augen direkt verdächtig, wenn jemand sich weigert, den Aggressor zu verurteilen und das Opfer zu unterstützen, mit der Begründung, Äquidistanz zwischen beiden sei die richtige Haltung. In der Folge entlarven diese Pazifisten ihre Parteinahme aber regelmäßig selbst, denn buchstäblich alles, was sie sagen und fordern, läuft darauf hinaus, Leid und Tod über die Ukraine zu bringen sowie Russland zum Sieg zu verhelfen.

Der Pazifist ruft die Ukrainer zur Niederlegung ihrer Waffen auf, damit der Krieg endet. Warum ruft er nicht stattdessen die Russen zur Niederlegung ihrer Waffen auf?

Den Unterstützern der Ukrainer, die um ihr nacktes Überleben kämpfen, wirft er „Bellizismus“ vor, nicht aber den Unterstützern Russlands, das den Krieg durch Rückzug seiner Truppen im Handumdrehen und ohne eigene Verluste beenden könnte.

Er versucht, die ukrainische Moral mit der Behauptung zu zersetzen, ihre Verteidigung sei ohnehin chancenlos, Russland würde am Ende sowieso gewinnen, besser also gleich kapitulieren. Dass Russland unter dem Strich gar nicht gewinnen kann, sondern in jedem Fall umso schlechter dastehen wird, je länger es die Aggression fortsetzt, ist für den Pazifisten hingegen kein Grund, Appelle gegen Moskau zu richten.

Russlands BIP bricht dieses Jahr um über 10 % ein, seit der totalen Mobilmachung schießen die Kriegskosten durch die Decke, die russische Armee verliert jeden Tag Kriegsgerät im Wert eines dreistelligen Millionenbetrags. Der Pazifist lehnt jedoch selbst nichtmilitärische Maßnahmen wie Wirtschaftssanktionen ab, diese würden Putin angeblich nicht kratzen. Ich glaube, der Pazifist WILL Putin bloß nicht stoppen. Auf jeden Vorschlag, Putin mehr Steine in den Weg zu legen, reagiert der Pazifist ganz fuchsig: das sei ja die reinste Kriegstreiberei und Kriegsgeilheit. Die Aussicht, dass Putin seine Angriffskriege fortsetzen und sogar noch ausweiten könnte, bereitet dem Pazifisten hingegen verdächtig wenig Sorgen.

Der Pazifist gibt sich als Warner und Mahner, ruft die Verbündeten der Ukraine zur Zurückhaltung und Besonnenheit auf. Russland und seine Verbündeten warnt und mahnt er hingegen nicht, von Putin fordert er keine Zurückhaltung und keine Besonnenheit.

Hilfe für die Ukraine dürfe nicht zu einer Eskalation führen. Gegen die russische Strategie der Maximal-Eskalation hat der Pazifist aber nichts einzuwenden.

Putins Drohungen sollte man unbedingt ernst nehmen. Andere Länder dürfen hingegen auf keinen Fall Drohungen gegen Putin aussprechen, sie sollen verbal abrüsten.

Richtig wundern kann sich darüber eigentlich niemand, der die deutsche „Friedensbewegung“ schon länger beobachtet. Es geht ja bereits seit 30 Jahren so: Wenn die USA zusammen mit NATO-, aber auch mit Nicht-NATO-Staaten einen bereits Jahre zuvor angekündigten humanitären UN-Einsatz mit 3.000 bis 5.000 Soldaten in der Westukraine übt, dann trommeln die pazifistischen Freunde Russlands hierzulande auf ihre Tastaturen ein, um es zu einem „Säbelrasseln“ und einer „Aggression“ zu erklären.

Wenn Russland dagegen Atombombenabwürfe auf Schweden oder Polen übt – Stichwort „Zapad“ – quittiert die Fünfte Kolonne Moskaus das mit gellendem Schweigen.

Wenn Russland Nachbarländer bedroht, Teile von ihnen annektiert oder besetzt, hat der friedensbewegte Deutsche kein Problem damit. Wenn Finnland aufgrund dieser Bedrohung den Beitritt zur NATO erwägt: Provokation und Säbelrasseln.

Provokation

Ein paar Hundert Blauhelme führen eine humanitäre Übung durch: Säbelrasseln. Russland lässt über 100.000 Soldaten (!) in „Snap Exercises“, also unangekündigten und praktisch über Nacht stattfindenden Manövern, die Eroberung von Nachbarländern an Russlands Westgrenze üben: kein Säbelrasseln.

Deutschland liefert ein paar Schutzhelme an die Ukraine: Säbelrasseln. Russland dringt mit atomwaffenbestückten Kampfbombern in schwedischen Luftraum ein: kein Säbelrasseln.

Einer dieser „Pazifisten“ gab den Ukrainern unlängst sogar die Schuld daran, dass Russland Mariupol dem Erdboden gleich gemacht hat: Da die Verteidiger Deckung in Wohnhäusern und andern Gebäuden gesucht hatten, sei den Angreifern ja gar nichts anderes übrig geblieben, als diese Häuser unter Artilleriebeschuss zu nehmen. Da es vorgekommen ist, dass ukrainische Zivilisten auf russische Soldaten geschossen haben, hätten russische Soldaten gar keine andere Wahl, als ihrerseits ebenfalls Zivilisten zu beschießen.

Es ist eine kuriose Ethik: Völkermord bereitet so einem Pazifisten keine schlaflosen Nächte. Mit militärischer Aggression, brutaler Diktatur, Verfolgung und Vertreibung hat der Friedensbewegte kein Problem. Das Recht des Stärkeren begrüßt er ausdrücklich. Selbst Krieg geht für den Pazifisten in Ordnung, solange sich alles mehr oder weniger geräuschlos abspielt. Aber wehe, wenn ein Opfer sich wehrt oder Dritte dem Opfer zu Hilfe kommen. Dann tritt der Pazifist auf den Plan und verlangt, diese Gegenwehr müsse sofort unterbleiben. Insbesondere schwächere Opfer hätten kein Recht auf Selbstverteidigung. Wie im Fall der Ukraine beinhaltet diese Verteidigung ja Kriegshandlungen, und Krieg in diesem Sinne will der Pazifist verhindern. Nicht unbedingt und nicht mit allen Mitteln aber, sondern nur auf eine ganz spezielle Weise. Krieg darf nämlich nicht dadurch beendet werden, dass man dem Aggressor das Handwerk legt. Auch darf niemand dem Opfer zu Hilfe kommen, insbesondere dann nicht, wenn das Opfer schwach ist. Das einzig legitime Mittel zur Beendigung von Krieg besteht in den Augen des Pazifisten darin, dass das Opfer die Gegenwehr einstellt und den Aggressor alles mit sich machen lässt. Diese drei Prinzipien sind im Grunde alles, was den Pazifismus ausmacht: 1. Der Schwächere muss den Stärkeren gewähren lassen, 2. Opfer von Gewalt dürfen sich nicht wehren, 3. niemand darf Opfern zu Hilfe kommen.

Aus der Geschichte der Völker können wir lernen, dass die Völker nichts aus der Geschichte lernen

Es ist immer wieder bemerkenswert, wie sich Menschen die blutige Geschichte des 20. Jahrhunderts anschauen können, nur um dann haargenau die falschen Schlüsse daraus zu ziehen und die Kardinalfehler dieser Zeit bei möglichst jeder Gelegenheit zu wiederholen suchen.

Das Massaker von Srebrenica, das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg, hätte nicht stattfinden können, wenn das niederländische Bataillon vor Ort die Schergen von Ratko Mladic aufgehalten hätte, anstatt tatenlos danebenzustehen und zuzuschauen, wie sie 8.000 Bosniaken regelrecht abschlachteten. In der Folge versuchten niederländische Militärs und Politiker auch noch, die Geschehnisse gezielt zu vertuschen. Zu spät war ihnen bewusst geworden, welche Schuld sie auf sich geladen hatten. Sie hätten helfen müssen. Aus Macht erwächst Verantwortung. Wer die Fähigkeit hat, so ein Massaker durch militärische Intervention zu verhindern, der hat die ethische Pflicht, dies auch zu tun. Als einige Jahre später das ganze Ausmaß dieses Versagens ans Licht kam und der Öffentlichkeit durch einen Untersuchungsbericht zur Kenntnis gebracht wurde, musste die komplette niederländische Regierung zurücktreten.

Der Krieg der Alliierten gegen Nazideutschland war nicht falsch, sondern ganz im Gegenteil, begann zu spät. Ohne das Hitler-Appeasement von pazifistischen Schwächlingen wie MacDonald und Chamberlain hätten die Nazis wahrscheinlich 10 Mal weniger Menschen umbringen können. Die richtige Lehre aus der Nazizeit lautet doch gerade nicht nie wieder Krieg, sondern nie wieder Auschwitz, nie wieder Appeasement, nie wieder Pazifismus! Ich bin heilfroh, dass der Einfluss dieser elenden Ideologie in der deutschen Regierung schwindet.

von Martin Motl

Rassismus II – Islamischer und antiislamischer Rassismus

„Aber Aischa, anti-muslimischen Rassismus gibt es doch gar nicht. Der Islam ist doch keine Rasse!“ – Ja und Nein.

Will man Rassismus verstehen, so sollte man sich mit den verschiedenen Ausprägungen befassen. Rassismus bezieht sich in der historischen, klassischen Definition immer auf die Ablehnung eines Menschen aufgrund einer unveräußerlichen Eigenschaft bzw. der Zugehörigkeit zu einer Gruppe mit dieser Eigenschaft. Mit dieser Eigenschaft wird man in der Regel geboren.

In eine Religion wird man zwar in den meisten Fällen ebenfalls hineingeboren, außer in den eher seltenen Fällen der Konvertierung, aber die Religion kann theoretisch abgelegt werden. Ich sage theoretisch, weil es eben auch eine sogenannte Ethnisierung bzw. Rassifizierung der Religion gibt.

Hatten die Juden nach dem Alhambra-Edikt vom 31. März 1492 noch die Wahl zwischen Taufe und Exil, so war es im Dritten Reich nicht mehr möglich den Konzentrationslagern durch Taufe zu entgehen. Die Nationalsozialisten machten aus der Religionszugehörigkeit ein unveräußerliches, rassisches Merkmal, man spricht von einer Ethnisiserung der Religion.

Ethnisierung von Religion

Lässt sich dieser Vorgang auch auf „Anti-muslimischen Rassismus“ übertragen? Hierzulande gibt es ja auch Vollidioten, die abgeschnittenen Schweineköpfe an Moscheen hängen und ich bin geneigt diese Vollidioten als Rassisten zu bezeichnen. Findet hier eine Ethnisierung der Religionsangehörigen statt?

Ich denke nein, denn, entschuldigung das klingt jetzt zynisch, würden sie ihren Glauben ablegen, so wären sie den Angriffen nicht mehr ausgesetzt. Höchstwahrscheinlich würden besagte Vollidioten sie dann dafür hassen, das sie Türken oder Araber sind – aber das wären dann eben unveräußerliche ethnische Eigenschaften.

Die einzig sinnvolle Begründung für die Benutzung dieses Begriff , die ich bisher gehört habe ist, um berechtigte „Islamkritik“ vom „anti-musimischen Rassismus“ der genannten Vollidioten unterscheiden zu können. Man könnte zwar auch den Begriff Islamophobie benutzen, aber eigentlich kann ich mit dieser Begründung gut leben. Ich erspare mir an dieser Stelle detailliert darauf einzugehen, dass „anti-muslimischer Rassismus“ natürlich auch vor allem von Leuten geführt wird, die gerne jegliche Kritik am Islam als Rassismus brandmarken und damit ächten würden.

Aber…

Also bitte – ich war lange anderer Ansicht, jetzt kann ich mit dem Begriff unter oben genannten Vorzeichen leben, aber….

Aber wie nennt man dann eigentlich die gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit die manche Muslime Ungläubigen entgegenbringen? Die Kopfsteuer, die von allen nicht Muslimen zu entrichten ist? Die Aussage, dass die Ungläubigen niederer sind als das Vieh? Ist das dann per Definition nicht Islamischer Rassismus?

Eine andere Begrifflichkeit zu finden ist schwer: Anti-christlicher, anti-jesidischen, anti-buddhistischer, anti-atheistischer Rassismus? Schwierig, wenn man wirklich alle außer die eigene Gruppe verachtet. Warum spricht man denn beim IS nicht von einer rassistischen Gruppierung? Aus dem gleichen Grund, warum man eben auch nicht von anti-muslimischem Rassismus sprechen sollte: Die Eigenschaft auf die sich die Ablehnung bezieht ist nicht unveräußerlich.

Also entweder ist man konsequent und spricht sowohl von anti-muslimischen Rassismus als auch von muslimischen Rassismus – oder man definiert Rassismus in dem Sinne, dass er sich eben nur auf unveräußerliche Merkmale beziehen kann, was beide Begriffspaare unmöglich macht.

Wie soll denn eine fruchtbare Diskussion entstehen, wenn man sich nicht einmal auf die Begrifflichkeit einigen kann?

Eines der ersten philosophischen Bücher, das ich noch vor meinem Studium lesen wollte war „Der Begriff Angst“ von Kierkegaard. Wahrscheinlich weil der Titel auf weltverdrossene Teenies irgendwie anziehend wirkt. Das erste Drittel des Buches besteht nur aus Definitionen. Gute Philosophie geht so sehr ins Detail, dass es ohne 2 Seiten Definition eines allgemein gebräuchlichen Wortes nicht geht. Manche sagen ja, die Philosophie bestehe zu 90% nur aus Semantik – und ich bin geneigt ihnen zuzustimmen.

Denn wie man es nun Benennen ändert nichts an der Tatsache. Es gibt gruppenbezogene Feindlichkeit gegenüber Weißen und gegenüber Muslimen und gegenüber Ungläubigen durch Muslime. Ob man das nun Rassismus nennen möchte oder nicht.

Die Gefahr ist die Vereinnahmung des Begriffs Rassismus. Im Namen dieser Ideologie wurden und werden einige der schrecklichsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt. Der Rassismus-Vorwurf wiegt schwer und man sollte ihn gewiss nicht so inflationär im Munde führen, wie es dieser Tage der Fall ist.

Denn das dieser Begriff gerade für die Neue Linke kaum noch wert besitzt – ich muss da immer an das Interview von Stokowski und Schwarzer denken. Stokowski bezeichnete Alice Schwarzer erst als Rassistin und fragte sie dann, ob sie sich davon beleidigt gefühlt hätte. „Nein, Margarethe, mit Völkermördern und Eugenikern auf eine Stufe gestellt zu werden, lässt mich natürlich völlig kalt“, wäre die einzig sinnvolle Antwort gewesen.

Rassismus I – Rassismus gegen Weiße?

Ebenso wird behauptet, dass es in allen Ländern, also vor allem…, also eigentlich ausschließlich in westlichen Ländern strukturellen Rassismus gebe. Seit der „handfeste“ Rassismus nur noch eine Randerscheinung ist, muss man sich ja eine neue Definition von Rassismus ausdenken, sonst hätte man ja nichts mehr, dem man alle Probleme mit bestimmten Minderheiten in die Schuhe schieben und auf diese Weise die entsprechenden Communities von jeglicher Eigenverantwortung freisprechen kann. Schlimmer noch: Es gäbe kein Feindbild mehr, auf das man die Übel der Welt projizieren kann: die „weiße“ Zivilisation. „Wenn du deine Identität nur durch ein Feindbild aufrechterhalten kannst, dann ist deine Identität eine Krankheit“, hat der armenisch stämmige Redakteur Hrant Dink einmal gesagt.

Es gibt ja Leute, die sagen, so etwas wie Rassismus gegen Weiße existiere gar nicht. Das sind mittlerweile nicht nur Menschen vom linken Rand oder solche, die z.B. Gender-Studies studiert haben und deshalb eine intersektionalistische Definition von Rassismus benutzen – nein, auch etwa der WDR kommentiert: „Rassismus ist es aber, sofern es eine Weiße betrifft, nicht.“ Das wirft natürlich einige Fragen auf: Was ist mit den Morden an Weißen in Südafrika? Es gibt bis zu 1.000 Fälle dieser „Farm Attacks“ im Jahr. In einem besonders grausamen Fall wurde die 12-jährige Tochter mit den Händen an einen Tisch genagelt und über Stunden vergewaltigt, bis sie starb. Nach der neuen, ahistorischen Definition sind das keine „rassistischen“, sondern „diskriminierende Morde“.

Ebenso verhält es sich mit dem Hass auf die Iren und andere weiße Bevölkerungsgruppen im Amerika des beginnenden 20. Jahrhunderts. Auch die Abwertung der Polen und anderer Ost-Europäer zu Arbeitsvölkern in der nationalsozialistischen Ideologie ist nun anscheinend kein Rassismus mehr. Ja, was ist dann eigentlich mit dem Holocaust? Das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte ist jetzt kein rassistisches mehr, sondern „Diskriminierung“. Kann Antisemitismus nicht auch Rassismus sein, weil die Juden weiß sind? Oder sind sie zwar weiß, aber dann auch irgendwie wieder nicht? 

Und nicht zuletzt: Was ist mit der Parole „Kill Whitey“, die auf Black Lives Matter-Demonstrationen gerufen wurde und für die Gewalt gegen Weiße im Zuge der Ausschreitungen und Plünderungen mitverantwortlich sein dürfte? 

Rassismus gegenüber Weißen lässt sich offenbar einfach wegdefinieren. 

Betrachten wir doch einmal die Definition von Rassismus nach Wikipedia: „Unabhängig von seiner Herkunft kann jeder Mensch von Rassismus betroffen sein.“

Identität durch Feindbild ist eine Krankheit

Hingegen kommentiert der Tagesspiegel am 07.6.2020 unter der Überschrift „Es gibt keinen Rassismus gegen Weiße“:

Sicher, es gibt auch Vorurteile gegenüber Weißen. Feindseligkeit und Übergriffe. Doch Rassismus ist mehr als die Beschimpfung als „deutsche Kartoffel“ oder „Weißbrot“. Weiße können durchaus die Erfahrung machen, als Minderheit benachteiligt zu werden.“

Die Schwäche dieser Definition wird sofort offensichtlich, da sich der Autor hier selbst widerspricht. Eine Beleidigung reiche nicht aus, während zugleich anerkannt wird, dass es eben auch Formen gibt, die über Beleidigungen hinausgehen, nämlich die erwähnten „Übergriffe“. Von den gleichen Leuten wird übrigens schon die Frage nach der Herkunft einer Person of Colour (PoC) als rassistische Mikro-Aggression gewertet. 

Der Tagesspiegel weiter:

Aber es geht nicht um isolierte Handlungen, sondern um die Berücksichtigung der dahinterliegenden Machtstrukturen. Und das bedeutet etwa in Kamerun oder Südafrika, die kolonialistische Vergangenheit und den Apartheidstaat mitzudenken. In den USA und in Deutschland haben People of Color nicht die Macht, die Interessen der weißen, hegemonialen Mehrheitsgesellschaft zu dominieren.

Aha. Rassismus benötigt per Definition also zwingend eine strukturelle Macht-Komponente. Warum eigentlich?

Ebenso wird behauptet, dass es in allen Ländern, also vor allem…, also eigentlich ausschließlich in westlichen Ländern strukturellen Rassismus gebe. Seit der „handfeste“ Rassismus nur noch eine Randerscheinung ist, muss man sich ja eine neue Definition von Rassismus ausdenken, sonst hätte man ja nichts mehr, dem man alle Probleme mit bestimmten Minderheiten in die Schuhe schieben und auf diese Weise die entsprechenden Communities von jeglicher Eigenverantwortung freisprechen kann. Schlimmer noch: Es gäbe kein Feindbild mehr, auf das man die Übel der Welt projizieren kann: die „weiße“ Zivilisation. „Wenn du deine Identität nur durch ein Feindbild aufrechterhalten kannst, dann ist deine Identität eine Krankheit“, hat der armenisch stämmige Redakteur Hrant Dink einmal gesagt.

Deutschenfeindlichkeit, nur ein Kampfbegriff? 

Wenn es Rassismus gegen Weiße nicht gibt, hat das auch den schönen Nebeneffekt, dass man z.B. gegen „weiße Männer“ hetzen kann, ohne sich dessen schuldig zu machen. So kann sich dann eine Katharina Schulze von den Grünen ohne Gängelung ihrer sonst in diesem Bereich so aufmerksamen Partei problemlos über „alte, weiße Männer“ echauffieren. Wie der Rassismus gegen Weiße in Südafrika ist dann auch die „Deutschenfeindlichkeit“ flugs wegdefiniert. Fragen wir doch mal Wikipedia, wie es um diese bestellt ist:

Deutschenfeindlichkeit ist ein in rechtspopulistischen und rechtsextremistischen Kreisen genutztes politisches Schlagwort, das strukturellen Rassismus gegen eine weiße Mehrheitsgesellschaft durch Migranten suggerieren und eigenen Rassismus rechtfertigen soll.“ 

Es scheint, als wäre die freie Enzyklopädie auch schon Opfer jener Rassismus-Neudefinition geworden. Ein rechter Kampfbegriff ohne jeden Realitätsbezug? Die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt:

Der Historikerin Yasemin Shooman zufolge wurde die eigentliche Diskussion aber durch einen 2009 erschienenen Beitrag der Lehrer*innen Andrea Posor und Christian Meyer ins Rollen gebracht. In ihrem Beitrag machten die beiden Lehrer*innen auf das zunehmende Mobbing deutscher Schüler*innen durch migrantische Mitschüler*innen in einzelnen Berliner Schulen aufmerksam: Dort seien deutsche Kinder in der Minderheit. 

Das passt jetzt natürlich so gar nicht in das postmoderne Weltbild, in dem die Hautfarbe eine soziale Kategorie ist und die Welt sauber in Opfer und Täter eingeteilt wird, wobei die Mehrheitsgesellschaft stets unter Tatverdacht steht – auch wenn sie, wie in den erwähnten Schulen, de facto in der Minderheit ist. Entsprechend findet der Rassismus in nicht-westlichen Ländern so gut wie nie Erwähnung. Der Rassismus in Indien gegen Schwarze beispielsweise oder der Rassismus in Südamerika gegenüber den Nachkommen der schwarzen Sklaven und der indigenen Bevölkerung spielt einfach keine Rolle. 

„Beweise mir, dass Du kein Rassist bist“

Doch zurück nach Deutschland. Derzeit hält man hierzulande strukturellen Rassismus ja für ein großes Problem, wobei die Begründung eher schwammig bleibt – zumindest habe ich noch nichts gehört, was mich überzeugt hätte. Im Gegenteil: Das Anti-Diskriminierungsgesetz zum Beispiel und die Rassismuskeule könnten in einem strukturell-rassistischen Staat nicht wirken. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass gerade diejenigen, die sich über strukturellen Rassismus auslassen, oft von eben dieser angeblich strukturell rassistischen Gesellschaft finanziert werden.

Damit will ich den hierzulande existierenden Rassismus nicht herunterspielen, aber der ist meiner Einschätzung nach eher personeller Natur und nicht strukturell. Als Begründung für die Existenz von strukturellem Rassismus wird bspw. oft angeführt, dass es Menschen mit ausländischem Namen schwerer haben, eine Wohnung zu finden. Davon abgesehen, dass dies momentan jedem nicht leicht fällt, und man erst mal den Beweis erbringen müsste, dass es wirklich daran liegt: Ist das nicht eher personeller Rassismus des Vermieters, der keine ausländischen Mieter will?

Ein weiteres Argument ist das Racial Profiling. Ausländisch aussehende Menschen würden überproportional häufig von der Polizei kontrolliert werden. Machen das die Polizisten, weil sie alle zumindest latent rassistisch sind, wie das dieser Tage in Berlin verabschiedete „Antidiskriminierungsgesetz“ unterstellt? Oder hat es eher damit zu tun, dass Ausländer aus bestimmten Regionen überproportional häufig straffällig werden?

Jenes Gesetz sieht vor, dass bei Verdacht auf Diskriminierung die Behörde, Polizei oder wer auch immer, den Nachweis erbringen muss, nicht diskriminierend gehandelt zu haben. Zu dem Generalverdacht gegen die eigenen Behörden gesellt sich auch noch die schlicht und ergreifend verfassungswidrige Beweislast-Umkehr. „Beweise mir, dass es keinen Gott gibt“ – „Beweise mir, dass Du kein Rassist bist.“ Das Gesetz begreift Polizisten als Teil dieses ominösen strukturellen Rassismus, während sie doch auch auf Erfahrungswerte bauen dürfen müssen – ich jedenfalls habe noch nie im Görlie eine weiße Person Drogen verkaufen sehen. Wenn ich als Polizist nicht den Jugendlichen kontrolliere anstatt des älteren Mütterchens mit dem Rollator, mache ich mich dann auch der Alters-Diskriminierung schuldig? Oder des Sexismus, wenn Männer häufiger als Frauen kontrolliert werden?

Die strukturelle bedingte Angst vor einem Rassismusverdacht

Ich glaube nicht, dass jeder oder auch nur ein signifikanter Teil der Polizei in Deutschland rassistisch ist. Es zeigt sich vielmehr in Europa, dass die Angst, als Rassist gebrandmarkt zu werden, schwer wiegt, was beispielsweise die Behinderung der Aufklärung der über Grooming-Fälle in Rotherham gezeigt hat. Die Polizei hatte Bedenken, gegen die mehrheitlich pakistanischen Täter zu ermitteln.

Der Umfang des Skandals wurde deutlich, als 2014 ein Untersuchungsbericht erschien, der die Dimension der Verbrechen bilanzierte und Behördenmitarbeitern, der Polizei und Kommunalpolitikern Verschleierung und Versagen nachwies. 1.400 Kinder und Jugendliche wurden in der Stadt Rotherham, deren Umgebung und anderen Orten in Mittelengland durch hauptsächlich britisch-pakistanische „Grooming“-Banden systematisch missbraucht und sexuell versklavt. Dabei kam es zu Gruppenvergewaltigungen, erzwungener Prostitution und „Trafficking“ – einem Weiterreichen von einer Männergruppe zur nächsten. (s. hier.)

Die Labour-Abgeordnete Sarah Champion verlor nach Rassismusvorwürfen ihren Job. Sie hatte es gewagt in der englischen Zeitung „The Sun“  über die Gruppenvergewaltigung von weißen Mädchen durch pakistanische Täter zu sprechen. Unter anderem sagte sie, dass die Furcht der Leute vor Rassismusvorwürfen größer ist als die, bei der Benennung von Kindesmissbrauch falsch zu liegen (s. hier). Es scheint also sogar einen strukturellen „Anti-Rassismus“ zu geben oder besser: die strukturell bedingte Angst vor einem Rassismusverdacht. 

Eines der Opfer der Gangs sagte aus, dass sie von den Tätern rassistisch beschimpft wurde. Sie wurde geschlagen, gequält und über 100-mal vergewaltigt. Die Täter sagten ihr, sie würde es verdienen, da sie keine Muslima ist und sich zu freizügig kleide. Sie sei eine „weiße Schlampe“. 

Als sie später unter einem Alias bei Twitter davon berichtete, wurde sie von linken Aktivisten angegriffen: Es gäbe keinen Rassismus gegen Weiße.

Wie man es auch dreht und wendet: Es existiert gruppenbezogener Hass gegenüber weißen Menschen. Rassismus gegen Weiße ist immer noch Rassismus und darf nicht bagatellisiert, relativiert oder gar gerechtfertigt werden.

(Erschienen auf Achse Des Guten am 19.09.2020)

Spedition Anton Schlepper und Partner

Seenotrettung und Pullfaktor

Manchmal, nicht immer aber manchmal, hilft es komplexe Sachverhalte auf ein einfaches Beispiel zu reduzieren.

Stellen wir uns also vor, es gäbe eine Spedition – nennen wir sie Anton Schlepper und Partner. Diese Spedition wird beauftragt, Waren über eine Strecke von 1.500 km zu transportieren und die Kunden bezahlen für die gesamte Strecke.

Nun hat aber die Spedition das unsägliche Glück, dass sie die Waren gar nicht selbst über die ganze Strecke schaffen muss, sondern nur über eine wesentlich kürzere Strecke – sagen wir mal 20 Seemeilen. Den Rest der Strecke übernehmen unentgeltlich Partner in Übersee.

Welche LKWs wird die Spedition wohl benutzen und zukünftig anschaffen? Den teuren, neuen und nun überqualifizierten 40-Tonner oder den abgetakelten Sattelschlepper, der gerade so die kürzere Strecke schafft? Zumal wenn die Rückkehr des LKW nicht vorgesehen ist?

Wenn Anton Schlepper ein halbwegs ökonomisch denkender Mensch ist, so wird er versuchen mit möglichst wenig finanziellem Aufwand den größtmöglichen Gewinn zu erwirtschaften.

Vielleicht nimmt die Spedition jetzt mehr Aufträge an. Vielleicht aber auch nicht. Ob sie das tut hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab: Qualität der Wege, Liquidität der Kunden, die allgemeine Wirtschaftslage und innenpolitische Faktoren.

Daher werden einige Soziologen und Spiegel-Autoren vorsätzlich daran scheitern, eine monokausale Verknüpfung zwischen Anzahl der beförderten Waren und der Erleichterung durch ddie Partner in Übersee herzustellen. Andere Studien wie bspw. die der NY Times oder aus Australien werden diese Leute ignorieren.

Wie dem auch sei – unterm Strich bleibt für unseren Spediteur mehr übrig. Da er geschäftstüchtig ist, wird er dieses Geld wieder investieren: In seine Infrastruktur, in die Verbesserung der Beziehungen zu den lokalen Behörden beispielsweise oder natürlich in Werbung für sein Unternehmen.*

Ich muss da oft an ein Bild denken, das ich in einem Seminar zu den USA im 19. Jahrhundert gesehen habe. Es zeigte Amerika in bunten Farben als Ort der Sehnsucht, wo es Land genug für alle gibt und jeder seines Glückes Schmied ist. Allerdings war die Anzeige nicht von den USA geschaltet, die um Einwanderer geworben hätten, sondern von den Reedern, die die Überfahrten verkauften. Die Realität sah anders aus als auf dem Plakat: Einwanderer wurden gleich nach der Ankunft in New York für den Sezessionskrieg verpflichtet. Ihre Familien mussten sehen, wo sie bleiben, bis der Vater den ersten Sold schicken konnte.

Nun kann das Bild der Spedition dem komplexen Thema natürlich nicht gerecht werden. Aber es zeigt hoffentlich denen, die da sagen: „Seenotrettung“ ist kein Pullfaktor! Das haben Wissenschaftler herausgefunden! – dass eben nicht jede Studie in der Lage ist die Komplexität des Themas in Gänze zu erfassen. Ganz wie diese Geschichte von der Spedition.

A Tale Of Two Studies – Die Geschichte Zweier Studien

„Es war die beste und die schlimmste Zeit, ein Jahrhundert der Weisheit und des Unsinns, eine Epoche des Glaubens und des Unglaubens, eine Periode des Lichts und der Finsternis.“
Und genau in dieser Zeit erblickten zwei Studien das Licht der Öffentlichkeit. Beide versuchten sich in Bereichen, in denen noch recht wenig Daten erhoben worden waren. Und obgleich beide ihre Schwächen hatten, war die eine viel geliebt und die andere viel gescholten. Ja man wollte der letzteren sogar absprechen überhaupt das Wort Studie zu verdienen. Erstere hingegen war ein gern gesehener Gast bei den angesehenen Medien – beim Spiegel und der Zeit, beim Monitor und der Taz, beim Mediendienst Integration und bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Die zweite hingegen ward überhaupt nicht gerne gesehen. Es wirkte sogar als wollten manche gar verhindern, dass sie überhaupt gesehen wurde. So versammelten sich dann auch viele Leute mit illustren Namen und beeindruckenden akademischen Titeln und forderten das Projekt einzustellen noch bevor es richtig begonnen hatte.

Die beliebte Studie hörte auf den schwungvollen Namen „Afrozensus“, die unbeliebte trägt den sperrigen Titel „Brochüre der Anlauf- und Dokumentationsstelle konfrontative Religionsbekundung“.

Zu dieser Zeit war es in Mode, dass man sich mit den Opfer solidarisierte und die Täter verdammte – aber eben nur, wenn es die richtigen Opfer und nicht die falschen Täter waren. So hatten es die Gelehrten der Betroffenheitsforschung beschlossen. Die Opfer im Afrozensus wurden von dunklen Machenschaften, einem Geheimbund ähnlich unterdrückt, der im Überall und Nirgendwo agierte: Dem strukturellen Rassismus. Jeder Angehörige der Mehrheitsgesellschaft war ein Teil dieses Übels. Und weil jeder ein Teil war, war auch niemand ein Teil.

Die Täter in der unbeliebten Studie hingegen konnte man sehr genau benennen. Und das machte die Betroffenheitsspezialisten nervös. Musste man hier etwa am Ende noch konkrete Maßnahmen ergreifen? Maßnahmen gegen eine Gruppe, die von ihnen doch bereits pauschal als Opfer kategorisiert worden war. Nein. Das durfte nicht sein und was nicht sein durfte, konnte auch nicht sein. Also tat man, was man immer tat: Man schoss auf den Botschafter.

Die Arbeit sei nicht ergebnisoffen geführt worden, sondern es gäbe Anzeichen für Voreingenommenheit seitens der Ersteller der Studie. Hier sei erwähnt, dass der Verein, welcher die Afrozensus-Befragung durchgeführt „Each One, Teach One“ heißt. Die tragen die Ergebnisoffenheit quasi im Namen.
Der einzige Zweck der unliebsamen Studie hingegen sei es „schulische Konflikte politisch zu instrumentalisieren.“ Die Kritiker hingegen machten keinen Hehl aus ihren Absichten: „Sollte es den Akteur*innen (sic!) um eine grundsätzliche politische Debatte über Religion im öffentlichen Raum gehen, kann diese nicht glaubwürdig ausgetragen werden, wenn dies auf dem Rücken einer religiösen Minderheit geschieht“. „Vor dem Hintergrund der in der Gesellschaft weit verbreiteten antimuslimischen Einstellungen birgt dieses Projekt die Gefahr, die Diskriminierung einer bereits vielfach abgelehnten religiösen Minderheit zu befördern.“


Wen die Betroffenheitsforscher einmal zum Opfer erklärt hatten, der wurde diesen Status auch nicht mehr los. Selbst wenn er sich noch so anstrengte. „Konkrete Instrumente und Strukturen zum Umgang mit konfrontativer Religionsausübung im schulischen Regelbetrieb zu etablieren“ – das durfte schon gar nicht sein. Man könnte ja noch den Eindruck gewinnen, es handle sich um ein in der Tat strukturelles Problem. „Strukturell“ konnte aber nur der Rassismus der Mehrheitsgesellschaft sein von der der Afrozensus berichtet. Doch hier wurde keine Kritik vorgebracht – nicht an der willkürlichen Auswahl der Befragten nach dem Schneeballprinzip, nicht an der Möglichkeit die Onlinebefragung mehrfach auszufüllen, nicht an schwammigen Definitionen oder dass sie rein auf die Perspektive der Betroffenen reduziert war.

Und damit hätte die Autorin dieser Zeilen auch grundsätzlich kein Problem. Keine Studie oder Umfrage kann die Wirklichkeit abbilden. Sie können lediglich Orientierungshilfe leisten, uns einen Schatten der Realität vermitteln. Ihre aussagekraft ist beschränkt.

Und manchmal sagt die Reaktion auf Studien sogar mehr aus als die Studien selbst.


Die „Critical Race Theory“ ist keine neue Bürgerrechtsbewegung – sondern das Gegenteil.

Die Bürgerrechtsbewegung basierte auf einer hoffnungsvollen und optimistischen Vision, dass das moderne Amerika, die Ideale des Landes in die Realität umzusetzt. CRT hingegen präsentiert eine dystopische Vision, in der

(veröffentlicht 10.06.2021)

Die „Critical Race Theory“ ist keine neue Bürgerrechtsbewegung – sondern das Gegenteil. Auch wenn ihre Anhänger das gerne so darstellen. Auch wenn dieser Vergleich für die Anhänger natürlich zur Legitimation sehr attraktiv, logisch falsch: Die Critical Race Theory (CRT ) untergräbt ausdrücklich die intellektuellen und moralischen Grundlagen des farbenblinden amerikanischen Liberalismus.

Oder wie es eine Kommentatorin mir gegenüber unverblühmt schrieb: „der nötige Schritt um Kategorisierungen wie Schwarz,BiPoc zu überwinden, ist diejenigen, die sonst die Deutungshoheit über Kategorien haben, selbst zu kategorisieren. Also simpel gesagt, Weiße als eben Weiße zu kategorisieren. Und nachdem alle, wirklich alle, also inkl. der dominanten Gruppe, die ein wir/ihr Konzept herstellt, kategorisiert wurden…Probleme herausgearbeitet und benannt und bearbeitet wurden; erst dann kann man realistisch betrachtet, die Kategorien weglassen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.“

Rassismus mit Rassismus bekämpfen – was soll da schon schiefgehen?

Die Bürgerrechtsbewegung basierte auf einer hoffnungsvollen und optimistischen Vision, dass das moderne Amerika, die Ideale des Landes in die Realität umzusetzt. CRT hingegen präsentiert eine dystopische Vision, in der allgegenwärtige Scheinheiligkeit und Unterdrückung Amerikas nationale Seele definieren. Anhänger der CRT sind weit davon entfernt, die Erben der Bürgerrechtsbewegung zu sein. In vielerlei Hinsicht ist die CRT schlicht ihr Gegenteil. Sie basiert nicht auf einer gesicherten Faktenlage, sondern möchte uns weis machen, dass es immer und überall Rassismus gibt.Martin Luther King und seine Zeitgenossen kämpften bekanntlich für eine Welt, in der „Menschen nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt werden“. CRT stellt nicht nur die Farbe der eigenen Haut in den Vordergrund, sondern präsentiert auch den menschlichen Charakter weitgehend als mit der Rasse unweigerlich verknüpft – wobei weiße Unterdrücker von der bösen Ideologie des „Weißseins“ programmiert werden, während den Nicht-Weißen vorsorglich der Opferstatus zuerkannt wird.

In ihrer unnachgiebigen Fokussierung auf Weiße als Quelle des Bösen in der Gesellschaft nimmt die CRT die Form einer mystischen Verschwörung an. Einflussreiche Anhänger der CRT wie Richard Delgado und Jean Stefancic haben zum Beispiel behauptet, Rassismus sei ein Werkzeug, das von „weißen Eliten“ in unausgesprochener Allianz mit der „weißen Arbeiterklasse“ aufrechterhalten wird, um Nichtweiße unterdrückt zu halten. Für sie ist Rassismus keine individuelle Geisteshaltung, sondern ein totalitäres System zur Gewinnung und Verteidigung politischer und wirtschaftlicher Macht.

Der gefeierte „Antirassismus“-Autor und Dozent Ibram X. Kendi definiert Rassismus als „eine Verbindung von rassistischer Politik und rassistischen Ideen, die rassistische Ungerechtigkeiten hervorbringt und normalisiert“. Solche pauschalen, universalistischen Definitionen helfen beim Verkauf von Büchern. Aber sie verlegen auch den Wirkungsbereichs des Rassismus gleichzeitig ins überall und nirgendwo – ähnlich wie religiöse Texte die Existenz Gottes (oder des Teufels) darstellen. Wie kann eine so nebulöse Idee von so vielen Menschen, gerade auch im akademischen Umfeld, so unkritisch geschluckt werden?In einer Rede an der University of Newcastle im Jahr 1967 sagte Martin Luther King:

“There can be no separate black path to power and fulfilment that does not intersect white routes and there can be no separate white path to power and fulfilment short of social disaster that does not recognize the necessity of sharing that power with colored aspirations for freedom and human dignity.”

Der Weg zum Glück der Schwarzen und auch der Weißen könne nur gemeinsam erreicht werden.Kritische Theoretiker weisen Kings Vorschlag zurück, da ein solcher einheitlicher Kampf gegen Rassismus überhaupt möglich wäre. Sie begreifen Weiße als Menschen, die von einem angeborenen Gefühl rassistischer Feindseligkeit angetrieben werden. King sah Gleichheit und Aufklärung als Werte aller Menschen an, die über Liebe, Empathie und gesunden Menschenverstand verfügen. Für die Anhänger der CRT hingegen können Gleichheit und Aufklärung für Weiße nur durch die Verinnerlichung von starr artikulierten, emotional sterilen Dogmen in obskurem Jargon erreicht werden.

Diese Art von „Fortschritt“, von der Überwindung des mit der Hautfarbe unweigerlich aufgesogenen Rassismus ist nur für jene privilegierten weißen „allies“(„Verbündeten“) möglich, die sich selbst zur moralisch fortschrittlichen Avantgarde erheben. King fände diese elitäre Haltung gewiss abstoßend.

Der Unterschied zwischen der Bürgerrechtsbewegung und der CRT ist nicht graduell. Er ist grundlegend. Befürworter des ersteren glauben, dass Amerika seine Fehler und Sünden überwinden kann, während letztere diese Fehler und Sünden als Vorwand präsentiert, um den liberalen Charakter Amerikas zu zerstören. Die eine Seite strebt nach Gleichheit und Fortschritt, während die andere einen Fetisch aus Unterdrückung und Spaltung macht. Es sollte nicht schwer sein zu erkennen, welcher Weg in eine bessere Zukunft für die USA führt.(Übersetzte Auszüge „No, Critical Race Theory Isn’t a New Civil Rights Movement. (Just the Opposite)“ von Kenny Xu und Christian Watson auf Quilette.com)

Aladin El-Mafaalani und die Grundlagen der modernen westlichen Gesellschaft

(veröffentlicht 25.10.2021)

Also ich mag den Aladin ja irgendwie, hat ein paar ganz stabile Thesen – aber in letzter Zeit, bedient er sich leider stark an der Critical Race Theory. Wissenschaft ist rassistisch weil sie in einem rassistischen Zeitalter, nein, einer „Hochzeit“ des Rassismus entstand? Welche denn? Physik wegen der schwarzen Löcher?

Dieser Gedankengang funktioniert nur, wenn man hartes Cherry-Picking bei den historischen Fakten betreibt. Rassismus als (einzige) Triebfeder der westlichen Gesellschaften zu sehen kann in ihrer Monokausalität schon gar nciht den komplexen gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahrhunderte gerecht werden. Sie lässt des weiteren konkrete Punkte einfach ausser Acht:Wie steht es denn um den europäischen Humanismus? Die Erklärung der Menschenrechte „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“? Den ideengeschichtlichen Grundlagen dieser Entwicklung im Christentum?Kann es sein, Herr El-Mafaalani, dass Sie sich hier ein bisschen zu sehr an der Critical Race Theory bedienen? Es erinnert mich etwas an den „Antirassismus“-Autor und Dozent Ibram X. Kendi. Dieser definiert Rassismus als „eine Verbindung von rassistischer Politik und rassistischen Ideen, die rassistische Ungerechtigkeiten hervorbringt und normalisiert“.

Solche pauschalen, universalistischen Definitionen helfen beim Verkauf von Büchern. Aber sie verlegen auch den Wirkungsbereichs des Rassismus gleichzeitig ins überall und nirgendwo – ähnlich wie religiöse Texte die Existenz Gottes (oder des Teufels) darstellen. Wie kann eine so nebulöse Idee von so vielen Menschen, gerade auch im akademischen Umfeld, so unkritisch geschluckt werden? Die Critical Race Theory untergräbt ausdrücklich die intellektuellen und moralischen Grundlagen des farbenblinden Liberalismus. Martin Luther King und seine Zeitgenossen kämpften bekanntlich für eine Welt, in der „Menschen nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt werden“. Die Critical Race Theory (CRT) stellt nicht nur die Farbe der eigenen Haut in den Vordergrund, sondern präsentiert auch den menschlichen Charakter weitgehend als mit der Rasse unweigerlich verknüpft – wobei weiße Unterdrücker von der bösen Ideologie des „Weißseins“ programmiert werden, während den Nicht-Weißen vorsorglich der Opferstatus zuerkannt wird.

Die Bürgerrechtsbewegung basierte auf einer hoffnungsvollen und optimistischen Vision, dass das moderne Amerika, die Ideale des Landes in die Realität umzusetzt. CRT hingegen präsentiert eine dystopische Vision, in der allgegenwärtige Scheinheiligkeit und Unterdrückung Amerikas nationale Seele definieren. Anhänger der CRT sind weit davon entfernt, die Erben der Bürgerrechtsbewegung zu sein. In vielerlei Hinsicht ist die CRT schlicht ihr Gegenteil. Sie basiert nicht auf einer gesicherten Faktenlage, sondern möchte uns weis machen, dass es immer und überall Rassismus gibt.Der Unterschied zwischen der Bürgerrechtsbewegung und der CRT ist nicht graduell. Er ist grundlegend. Befürworter des ersteren glauben, dass der Westen seine Fehler und Sünden überwinden kann, während letztere diese Fehler und Sünden als Vorwand präsentiert, um den liberalen Charakter des Westens zu zerstören. Die eine Seite strebt nach Gleichheit und Fortschritt, während die andere einen Fetisch aus Unterdrückung und Spaltung macht. Es sollte nicht schwer sein zu erkennen, welcher Weg in eine bessere Zukunft führt.

Deutschland trägt eine Mitschuld – Kriminalität von Zuwanderern

(veröffentlicht 30.06.2021)

Ich habe schon lange nichts mehr zur Überrepräsentation von Ausländern und Zuwanderern aka. Flüchtlingen geschrieben. Auch weil ich denke, dazu ist eigentlich alles gesagt. Da gibts nichts zu diskutieren, das ist einfach Fakt.Dieser Fakt ist aber wohl nciht bei allen angekommen. oder sie suchen, Überraschung, die Schuld einfach bei den Deutschen, die ja so böse, böse sind, dass die armen, armen Zuwanderer gar nicht anders können. Das ist doch straight-up victim-blaming.

„Das Hauptproblem beim Zusammenleben sind nicht, wie fälschlicherweise propagiert, die Angriffe von Deutschen auf Flüchtlinge sondern umgekehrt. Flüchtlinge sind bei allen schweren Straftaten überrepräsentiert. Aus manchen Regionen, namentlich dem Magreb, wird jeder dritte „Flüchtling“ straffällig.Erzähl doch mal der in Leer von 2 Afgahnen und einem Iraker vergewaltigten 16-Jährigen, etwas über „niedere Instinkte wie Neid und Missgunst“. Oder den vielen anderen. Es sit einfach unfassbar blauäugig zu glauben, dass die Integration nur am Unwillen der Deutschen scheitern würde. Deutschland hat gigantische Bemühungen unternommen. Aber Menschen aus streng patriarchalen und religiösen Geselslchaften wollen sich eben leider nicht so einfach integrieren lassen.

„Flüchtlinge geräuschlos integrieren“ – das mag allenfalls funktionieren, wenn es nciht zu viele sind – und es sind jetzt schon zu viele, aber wenn es nach Dir ginge, könnte man noch mehr aufnehmen. Ja – sowas kann man wirklcih nur denken, wenn man die Augen vor der Realität ganz fest verschließt.“Die Bekämpfung der Fluchtursachen“ ist nichts weiter als ein Feigenblatt. Ja, natürlich muss man das tun. Bin ich auch dafür..aber wann können wir denn da mit handfesten Ergebnissen rechnen? Wenn auf der ganzen Welt der gleiche Lebensstandard herrscht wie in Europa? Und was machen wir bis dahin?Die Zahl der auswanderungswilligen Menschen ist sehr hoch: Eine im Dezember 2018 durchgeführte Gallup-Umfrage ergab, dass 750 Millionen Menschen weltweit dauerhaft in ein anderes Land migrieren möchten – das sind 10 Prozent der Weltbevölkerung. Ganz ehrliche FGrage: Wieviele „Flüchtlinge/Migranten“ kann bzw. soll Deutschland noch aufnehmen?

„Wer halb kalkutta aufnimmt hilft nicht etwa kalkutta sondern wird selbst zu kalkutta“ – wie Scholl-Latour einst sagte.Die Krise ist in erster Linie eine Krise der Herkunftsländer, aber aus unerfindlichen Gründen sucht man die Schuldigen immer in Europa. Das bereits erwähnte Nigeria ist ein trauriges Beispiel. Nigeria ist Afrikas größte Nation und verfügt über beachtliche Erdölvorkommen. Unter einer effektiven Führung hätte sich das Land zu einer wohlhabenden Nation entwickeln können. Statt dessen verschwendeten einige der schlimmsten Kleptokraten, die diese Welt jemals gesehen hat den Ölreichtum, der andernfalls zu einer Verbesserung des Lebensstandards vieler Bürger hätte beitragen können.Wenn das Asylrecht millionenfach zur illegalen Migration ausgenutzt wird, dann darf man eben nur noch so viele Leute ins Land lassen, deren Anträge man in angemessener Zeit prüfen kann.Des weiteren müssen abgelehnte „Flüchtlinge“ schnell und konsequent abgeschoben werden.

Denn das ist der eigentliche Pull-Faktor für Migration, für das Sterben im Mittelmeer und in der Sahara: es spielt so gut wie keine Rolle, ob man asylberechtigt ist oder nicht. Wer es erst einmal nach Europa geschafft hat, kann fast immer in Europa bleiben. Doch was soll an einer Politik human sein, die Menschen dazu verleitet, tausende Kilometer zu reisen, Folter, Vergewaltigung und Sklaverei in Kauf zu nehmen und ihr Leben auf dem Meer aufs Spiel zu setzen, um am Ende in ein Land zu kommen, in dem nur die Wenigsten von ihnen eine Chance haben, aus eigener Kraft ein selbstbestimmtes Leben zu führen? Zumal dieser Weg nur den Starken und vergleichsweise Wohlhabenden überhaupt offensteht.

Paul Collier:»Es muss einen radikalen Schwenk in der Kommunikation geben. Europa muss klar sagen, dass sich die Wohlstandsmigranten gar nicht erst auf den Weg zu machen brauchen. Und auch die Flüchtlinge, die sich in Sicherheit bringen wollen, können das nicht länger in Europa tun, sondern in den sicheren Nachbarstaaten, ganz so, wie es völkerrechtlich festgelegt ist. Das Prinzip, dass sichere Anrainerstaaten Schutz bieten sollen, muss aus zwei Gründen zwingend gelten: Zum einen kommen die Flüchtlinge in das sichere Nachbarland am einfachsten hinein, ohne sich unnötig in Gefahr zu bringen. Und wenn wieder Frieden in ihrer Heimat herrscht, können die Flüchtlinge auch sehr einfach wieder zurück und beim Wiederaufbau helfen.«